Gemeinde kauft 200 Hektar Land dazu

kn Henstedt-Ulzburg/Alveslohe/Ellerau - Die große Gemeinde will wachsen, die kleine Gemeinde ist mit starkem Wachstum überfordert: Alveslohe und Henstedt-Ulzburg stehen vor einem "Deal", der beide Gemeinden zufrieden stellen soll. Rund 200 Hektar Land sollen von Alveslohe nach Henstedt-Ulzburg wechseln - die Idee dazu hatte die Landesplanung. Die Alvesloher werden demnächst während einer Anliegerversammlung die Details erläutern. Auch Ellerau ist an Alvesloher Gelände interessiert.

Rund 200 Hektar an der Straße Beckershof sollen von Alveslohe nach Henstedt-Ulzburg wechseln. Die Landesplanung hat es angeregt, die beiden Gemeinden sind sich im Grundsatz einig, die dortigen Bewohner haben im Prinzip nichts dagegen einzuwenden: 23 Personen leben dort in sieben Häusern. Sie alle sind nach Henstedt-Ulzburg orientiert, die Kinder besuchen die dortigen Schulen und Kindergärten, die Post kommt ebenfalls von dort.

Aber 200 Hektar sind keine Kleinigkeit - über die Höhe der Kaufsumme wurde noch nicht verhandelt. "Eine Zahl mit sechs Nullen muss schon dabei herauskommen", so Alveslohes Bürgermeister Klaus Kettler. Er verweist auf das Beispiel Kisdorf: Die Gemeinde hatte Land an Kaltenkirchen abgegeben und sich damit saniert. Der Ausbau eines Bauernhofes zum Dorfhaus kann jetzt mit Hilfe dieser Summe finanziert werden. "Wir lassen uns neutral beraten", so Kettler.

Das rund 200 Hektar Gelände reicht von der Straße Beckershof bis nahe an die Autobahn. Ein interessantes Stück Land für die Gemeinde Henstedt-Ulzburg: Hier könnte eines Tages westlich des Bahnhofes Ulzburg-Süd ein bebautes Gebiet entstehen. Das wäre im Sinne der Landesplanung. Konkrete Pläne aber gibt es noch nicht. "Für Alveslohe wäre die Besiedlung dieses Gebietes eine Nummer zu groß", so Klaus Kettler. "Damit würde ja praktisch ein zweites Dorf entstehen." Eine Umgemeindung würde die Landesplanung sogar "honorieren": Laut der Landtagsabgeordneten Roswitha Strauß (CDU) könnte dann eine weitere Wohn- und Gewerbeentwicklung Alveslohes ermöglicht werden.

Aufmerksamer Beobachter der Vorgänge ist die Gemeinde Ellerau. Die nämlich möchte sich an dem Umgemeindungsverfahren beteiligen, weil sie von Alveslohe eine etwa 7,5 Hektar große Fläche für die Erweiterung des Gewerbegebietes benötigt.