Morgen wird der Verein "Schutz des Hammoors" gegründet

48 Eigentümer in ein Boot holen

nb Seeth-Ekholt/Ellerhoop - Beim Umweltschutz liegen Theorie und Praxis oft ganz dicht beieinander. "Entwicklungs- und Pflegeplan für das Hammoor" lautete der Titel der Diplomarbeit einer Biologin von der Fachhochschule in Erfurt. Die Ergebnisse und Vorschläge der jungen Wissenschaftlerin könnten schon bald in die Tat umgesetzt werden. Morgen um 20 Uhr findet in der Ellerhooper Gaststätte "Zur Linde" die Gründungsversammlung des Vereins "Schutz des Hammoors" statt.

Das mehr als 50 Hektar große Feuchtgebiet auf dem Gelände der Gemeinden Seeth-Ekholt und Ellerhoop soll Schritt für Schritt in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden. Den Anstoß dafür lieferten die Mitglieder der örtlichen Jägerschaft. Für sie ist Naturschutz bereits seit langem gleichbedeutend mit Revierpflege. Dem Naturschutzbeauftragten des Kreises Pinneberg und einstigen Chef der Jäger im Kreisgebiet, Hans Hackländer, gelang es innerhalb kurzer Zeit, die Kommunalpolitiker beider Gemeinden von dieser Idee zu überzeugen. Auch das Umweltamt der Kreisverwaltung stellt dem neuen Verein Experten-Rat zur Verfügung.

In den vergangenen Monaten haben die Bürgermeister von Seeth-Ekholt, Otto Leverköhne, und Ellerhoop, Klaus Göttsche, sowie der Ellerhooper Umweltausschusschef Karl-Ernst Bürkner die Vereinsgründung vorbereitet. Wichtige Anregungen erhielten sie aus Appen und Heist. Der dort gegründete Verein zum Schutz des Tävsmoores gilt als Vorbild für die Hammoor-Initiative. Ob auch das Hammoor eines Tages zum Naturschutzgebiet wird, ist noch nicht absehbar. Die Startphase des neuen Vereins dürfte jedoch dem Auftakt beim Tävsmoor-Schutz ähneln.

"Wir werden nichts ohne die Eigentümer machen", betont Leverköhne. Für ihn ist klar, dass er die Landwirte "ins Boot" holen muss, um eine naturnahe Umgestaltung der Flächen zu erreichen. Anregungen, wie dies zu schaffen ist, holten sich die Hammoor-Schützer vom Vorsitzenden des Tävsmoor-Vereins, Johann Behnke.

Auch in Seeth-Ekholt und Ellerhoop steht viel Überzeugungsarbeit bevor. Das Hammoor ist in 93 Grundstücke aufgeteilt, 48 Eigentümer sind in den Grundbüchern registriert. Sie alle müssen dazu animiert werden, die Nutzung ihrer Flächen zu extensivieren. Große Teile des Hammoores werden seit Jahrzehnten als Weidefläche genutzt. Mit umfangreichen Grabensystemen wird das Wasser in die Ekholter Au abgeleitet. Vor allem dies soll sich ändern. Ob die Gräben dafür zugeschüttet werden müssen oder einfach der Natur überlassen werden können, bleibt abzuwarten. Fest steht: Ein höherer Wasserpegel spielt bei der Renaturierung des Moores eine Schlüsselrolle.

Noch bis in die 50-er-Jahre hinein wurde im Hammoor so-gar Torf abgebaut. "Die Qualität war nie sehr hoch, doch zum Heizen genügte es", weiß Leverköhne. Jetzt soll der wahre Wert des Moores dauerhaft erhalten bleiben.

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