Was der Senator zum Problem Sengelmannstraße sagt

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Kritiker glauben, dass bei der Verkehrsplanung rund um die Umgehung Fuhlsbüttel ein Stau-Chaos programmiert sei. Im Abendblatt-Interview wehrt sich Eugen Wagner gegen die Vorwürfe.

Der Zentralausschuss Hamburgischer Bürgervereine hat die Verkehrsplanung rund um die Umgehung Fuhlsbüttel scharf kritisiert. Besonders die Situation am südlichen Ausgang des Flughafentunnels sei untragbar. Dort verengt sich die Straße von vier auf zwei Spuren. So würden Staus programmiert, glauben die Kritiker. Auch der geplante Rückbau der Alsterkrugchaussee auf zwei Spuren findet kaum Zustimmung bei Verbänden, Handelskammer und Straßenverkehrsgewerbe. Im Interview versucht Bausenator Eugen Wagner die Bedenken gegen seine Verkehrsplanung zu zerstreuen.

ABENDBLATT: Die Umgehung Fuhlsbüttel führt im Süden mit vier Fahrspuren auf die Sengelmannstraße, die dann ein paar Hundert Meter weiter zweispurig über die Sengelmannbrücke geführt wird. Warum sind Sie sicher, dass dieses Nadelöhr nicht zu permanenten Staus führen wird? Und wie wollen Sie diese verengte Brückensituation einem Fluggast erklären, der vom Terminal kommend auf dem Weg in die City im Stau steckt?

WAGNER: Am südlichen Ende der Umgehung Fuhlsbüttel wird gerade ein leistungsfähiger Knoten für die Verkehrsverteilung auf Alsterkrugchaussee und Sengelmannstraße gebaut. Dies wird die Erreichbarkeit des Flughafens und der City sehr verbessern. Der Flughafenverkehr orientiert sich nicht ausschließlich auf die Sengelmannstraße. Konzeptionell ist ein vierstreifiger Ausbau der Sengelmannstraße bis zur Hebebrandstraße vorgesehen. Bis dahin wird die Bus- und Taxispur der Sengelmannstraße bleiben und bereits im Tunnel beginnen.

ABENDBLATT: Was hindert Sie, die zweispurige Sengelmannbrücke vierspurig auszubauen und den gesamten Anschluss der Umgehung Fuhlsbüttel an den Ring 2 ebenfalls vierspurig anzubinden - so wie es eine Planung einmal vorgesehen hat, die mit Brücken in Teilen ja schon verwirklicht ist?

WAGNER: Im Verkehrsentwicklungsplan steht die Antwort: "Im Zusammenhang mit der Umgehung Fuhlsbüttel steht die Verbesserung der Verkehrsführung der Sengelmannstraße, weil die Bündelungswirkung der Umgehungswirkung der Umgehung Fuhlsbüttel auch zu erhöhtem Verkehrsdruck in der Sengelmannstraße führt. Es soll geprüft werden, ob ein Umbau unter der Voraussetzung einer gleichberechtigten Verkehrsführung von ÖPNV- und Kfz-Verkehr eine entsprechende Entlastung schafft."

ABENDBLATT: Der geplante Rückbau der Alsterkrugchaussee und die faktische Einengung des Erdkampswegs bedeutet nach Meinung der Hamburgischen Bürgervereine die Schaffung von Schikanen, die den Verkehr zum Beispiel aus Norderstedt behindern. Sind Sie sicher, dass die Autos - von privat bis Lastverkehr - die umliegenden Gebiete nicht verstopfen werden?

WAGNER: Es geht hier nicht um Schikanen, sondern um Zusagen gegenüber Anwohnern. Die planerischen Überlegungen zum Umbau der Alsterkrugchaussee zwischen Sengelmannstraße und Erdkampsweg berücksichtigen die Entlastung durch die Ortsumgehung Fuhlsbüttel und die Rückverlagerung von Kfz-Verkehr aus den umliegenden Gebieten auf diesen Straßenabschnitt. Es tritt also eine Entlastung für diese Gebiete ein. Interview: MATTHIAS REBASCHUS

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