270 Wohnungen sollen auf Gelände früherer Gärtnerei entstehen

Projekt Ohlsdorf: 127 Entwürfe, aber kein Sieger

Gespannte Stille in den Ausstellungsräumen der Stadtentwicklungsbehörde (Steb) an der Bramfelder Straße. Eigentlich wollte Oberbaudirektor Jörn Walter den Sieger für das Wohnprojekt am Kornweg (Ohlsdorf) bekannt geben, dann gab es eine Überraschung. Das Preisgericht konnte sich am vergangenen Donnerstag nur auf zwei Zweitgewinner einigen, der endgültige Entwurf steht damit immer noch nicht fest.

Sicher ist bislang nur, dass auf dem Gelände der ehemaligen Anzuchtgärtnerei des Ohlsdorfer Friedhofs knapp 270 Wohneinheiten gebaut werden. Nach Angaben der Steb soll damit insbesondere jungen Familien "ein Heim in Hamburg" geboten werden. Die beiden ausgezeichneten Entwürfe sollen nun noch einmal überarbeitet und dann erneut vorgelegt werden.

Laut Jörn Walter zeichnen sich beide Siegerprojekte durch "hohe Qualitäten im strukturellen Konzept"aus, sie hätten aber Mängel in der detaillierten Ausgestaltung. Während das Team Welm-Seifert -Möller und Körner aus Hamburg das Gelände in gleichmäßige Wohnhöfe gliedert, schlägt das Berliner Team Schubert / Kapeller eine Zeilenbebauung mit Reihenhäusern vor, deren Fassaden unterschiedlich ausgestaltet sind.

Im vergangenen September hatte - wie berichtet - die Steb in Übereinstimmung mit dem Bezirksamt Hamburg-Nord den Wettbewerb "Wohnquartier Kornweg" ausgeschrieben. Insgesamt waren für den Wettbewerb 127 Arbeiten eingereicht worden . Das Gelände ist rund 9,3 Hektar groß und liegt in der Nähe der S-Bahn-Station Kornweg und der U-Bahn-Station Klein Borstel. Begrenzt wird es im Norden durch den Bahndamm, im Westen durch den Kleingartenverein Klein Borstel, im Süden durch den Ohlsdorfer Friedhof und im Osten durch ein bereits bestehendes Wohngebiet.

Von Anfang an hatte es von Anwohnern massive Proteste gegen die Bebauung gegeben. Auch bei der gestrigen Präsentation waren Vertreter der Bürgerbewegung Klein Borstel "Rettet den Ohlsdorfer Friedhof" anwesend. In einem vor Ort verteilten Rundschreiben wird der Steb vorgeworfen, eine "weder friedhofs- noch stadtteilverträgliche Bebauung" zuzulassen.

Alle 127 eingereichten Arbeiten sind noch bis zum 18. Februar im Rahmen einer öffentlichen Ausstellung der Steb kostenlos zu sehen: An der Bramfelder Straße 138 (ehemalige Margarine-Voss-Fabrik). Montags bis freitags von elf bis 17 Uhr, sonnabends und sonntags von zwölf bis 16 Uhr. schmoo