Övelgönne: Bald ein Radweg entlang der Elbe?

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Bürgerschaft will noch in diesem Jahr entscheiden - Steglösung bevorzugt

Noch in diesem Jahr wird die Bürgerschaft wahrscheinlich darüber entscheiden, ob in Övelgönne entlang der Elbe ein Radweg angelegt wird. Die Pläne dafür liegen schon in den Schubladen der Umweltbehörde. Danach wird ein auf Holzbohlen geführter Radweg am Ufer direkt oberhalb der Wasserlinie favorisiert. Die 900 Meter lange Strecke kostet fast 1,6 Millionen Mark.

Sie soll am Lüfterbauwerk beim Museumshafen beginnen und stromabwärts hinter Övelgönne wieder auf den Elbuferweg münden. Die Umweltbehörde hat den neuen Plan in Abstimmung mit der Wirtschaftsbehörde und dem Bezirksamt Altona entwickelt. Der Steg-Lösung wird auch deswegen der Vorzug gegeben, weil ein anders befestigter Radweg bei Überflutungen weggespült werden könnte. Die Holzbohlen sollen fest im Untergrund verankert werden.

Eine andere Variante ist nicht mehr ernsthaft im Gespräch. Früher war überlegt worden, den Radweg weiter oberhalb zu legen und dazu die Grundstücke von Lotsenhäusern in Anspruch zu nehmen. Das hatte die Anwohner erregt.

Bisher müssen Radfahrer ihr Gefährt in Övelgönne schieben, weil der Fußweg dort nur zwei bis drei Meter breit ist. Das Radfahrverbot "wird sehr häufig missachtet, so dass das unerlaubte Befahren Grund für zahlreiche Konfliktsituationen zwischen Radfahrern und Fußgängern beziehungsweise Anliegern und insbesondere den dort spielenden Kindern ist", heißt es in der gestern vom Senat beschlossenen Antwort auf ein Ersuchen der Bürgerschaft.

Der Senat bezeichnet den Engpass in Övelgönne als Schwachstelle der Routenführung am nördlichen Elbufer. Der Abschnitt ist nämlich Bestandteil des geplanten deutschen und europäischen Radfahrnetzes. Hier führen der Radwanderweg Hamburg-Dresden, die "Pilgerroute" Trondheim-Santiago de Compostela (von Norwegen nach Spanien) und der sechs Länder passierende Nordsee-Radweg vorbei, der im Mai 2001 eröffnet werden soll.

Endgültig ist die Streckenführung noch nicht festgelegt. "Aber die Notwendigkeit eines Radwegs in Övelgönne ist seit vielen Jahren offenkundig", sagt Martin Schmidt, stellvertretender Vorsitzender der GAL-Bürgerschaftsfraktion. Er will mit der SPD über das Projekt sprechen. Wenn man sich verständigt, soll das Vorhaben bei den Haushaltsberatungen der Bürgerschaft im Dezember auf den Weg gebracht werden.

Schmidt hält den Övelgönner Radweg für wichtig, weil Radverkehr und Radtourismus zunehmen. Auch für den Senat hat die Einbindung in das Radfernnetz Bedeutung, "um Hamburg in diesem Segment des Tourismus künftig zu vermarkten". rup

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