BCJ Tigers: Angriff auf Alba Berlin

Als Basketball noch Basketball war und die NBA hierzulande noch niemand ernsthaft zur Kenntnis nahm, gehörte der HTB 62 in den sechziger und siebziger Jahren zum Establishment der Bundesliga. Die enge Unihalle am Turmweg quoll bei den Heimspielen über. Trainer damals: Dieter Niedlich, heute Professor an der Universität Hamburg und Co-Trainer der BCJ Tigers. Mit dem Abstieg des HTB verschwand die Sportart in Hamburg auch vorübergehend aus dem Interesse der Öffentlichkeit.

Jens Holtkötter, Chef der Sportwerbe-Agentur Ballyhoo und Anteilseigner des Bürohandelsgeschäfts Holtkötter, ist die Wiederbelebung des Hamburger Basketballs größtenteils zu verdanken. Mit Heiner Zarnack, seinem Freund und ehemaligen Mitspieler beim BC Johanneum, nahm er vor fünf Jahren den planmäßigen Aufstieg von der Regionalliga bis zur Bundesliga in Angriff. Gymnasiallehrer Zarnack war für Mannschaft und Medien zuständig, Holtkötter schuf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, erst mit eigenem Geld, später mit einem professionellen Management. Der Etat schnellte von einst 80 000 Mark in der dritten Klasse auf in der nächsten Saison fast 2,5 Millionen Mark.

Die Perspektiven der BCJ Tigers hängen jetzt weitgehend von einer geeigneten Spielstätte ab. In fünf Jahren will Holtkötter dem Deutschen Serienmeister Alba Berlin Konkurrenz machen. Für diese Ambitionen aber ist die Wandsbeker Sporthalle (2400 Plätze) zu klein und die Alsterdorfer Halle (bis zu 5000 Plätze) zu unattraktiv. Sollten die Arena-Pläne am Volkspark scheitern und auch Crocodiles-Chef Klaus-Peter Jebens nicht im Osten der Stadt bauen dürfen, denkt Holtkötter bereits über ein eigenes Projekt nach.

Sein Credo: Nichts ist unmöglich. Deshalb bemühte er sich bereits um die Dienste des deutschen NBA-Stars Detlef Schrempf. Doch den schreckt die Sportprovinz Hamburg.

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