Die Galerie im Elysée zeigt Arbeiten des Hamburger Malers Kurt Schulz

Eine bodenständige Kunst

herr Hamburg - Landschaften, Stillleben, Figuren - der Hamburger Maler Kurt Schulz beließ die Kunst auf dem Boden der Tatsachen. Doch seine Lust am Formenspiel und die Freude an satten, oft grellen Kontrasten lassen die Farben und Formen auf den Leinwänden tanzen.

In prismatischer Zersplitterung erscheinen - eingefasst in ein kubistisches Formengerüst - die einfachen Dinge: ein Stuhl, eine Schale mit Früchten, ein Holzstapel. Die Lyrik Paul Klees, die Träume Chagalls und die Klarheit Lyonel Feiningers haben Eingang in diese Bilder gefunden.

Am 11. Mai dieses Jahres starb Kurt Schulz mit 71 Jahren. Als Nachruf widmet ihm die Galerie im Elysée jetzt eine Ausstellung. Rund 350 Bilder hat der Maler hinterlassen, 70 davon sind nun zu sehen. Alle kleinformatigen Arbeiten stammen aus den letzten zwölf Jahren, der produktivsten Schaffensperiode von Kurt Schulz.

Erst nachdem er seinen Beruf als Werbegrafiker 58-jährig aufgegeben hatte, konnte er sich ganz der Malerei widmen. Von da an zog es ihn oft in sein Haus in Heinschenwalde, nahe Bremervörde, wo die meisten seiner Arbeiten entstanden sind.

"Kurt Schulz liebte die Großstadt. Aber gerade das Spannungsfeld zwischen lautem Getriebe und Einsamkeit hat seine Fantasie angeregt", erzählt sein Freund Roland Burmeister. Diese Wechsel zwischen Hamburg und Heinschenwalde genügten dem Maler. "Er vermied es weitgehend zu reisen", sagt Burmeister. Einzig Frankreich, wo er drei Jahre als Kriegsgefangener verbrachte, faszinierte Schulz.

Die abstrakte Komposition "Umbruch", gemalt zum 200. Jahrestag der Französischen Revolution, legt davon Zeugnis ab.

Rothenbaumchaussee 10, bis 31. 10., täglich 10-22 Uhr.

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