Sforza spielt wieder für Kaiserslautern

HA Hamburg - Überraschende Kehrtwende im Machtkampf zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und "Rebell" Ciriaco Sforza: Der FCK-Aufsichtsratsvorsitzende Robert Wieschemann sagte gestern nach einer angeblichen Aussprache zwischen dem Schweizer Nationalspieler und Cheftrainer Otto Rehhagel im Rundfunksender "SWR 1 Rheinland-Pfalz": "Sie können davon ausgehen, dass Sforza am Donnerstag im UEFA-Cup das Erstrunden-Hinspiel gegen FC Kilmarnock mitspielt."

Vorstandsmitglied Gerhard Herzog meinte, es sei nun der Entscheidung Rehhagels überlassen, ob er Sforza gegen Kilmarnock präsentiere. "Am heutigen Tage hat der Vorstand des 1. FC Kaiserslautern alle Beteiligten aufgefordert, im Sinne des Vereins die bestehende Situation im Rahmen einer Aussprache zu erörtern", hieß es in der FCK-Mitteilung. Weiter: "Otto Rehhagel und Ciriaco Sforza haben unter Mitwirkung des Vorstandsvorsitzenden Jürgen Friedrich heute Nachmittag die Konfliktsituation besprochen und bereinigt. Gemeinsam mit der Mannschaft wollen alle den sportlichen Erfolg in den Vordergrund stellen, um zusammen wieder erfolgreich zu sein."

Zuvor hatte die Vereinsführung des FCK die gesamte Mannschaft über die Beilegung des seit zwei Wochen schwelenden Konflikts zwischen dem Schweizer und Rehhagel informiert. Noch nach dem Debakel von Bremen hatten sich die Fronten zwischen dem Spieler und Vorstandschef Jürgen Friedrich so verhärtet, dass Friedrich die Trennung von Sforza forcieren wollte. "Er schwebt wie eine Giftwolke über uns, die sich verziehen muss. Sforza hat sich außerhalb der Gemeinschaft gestellt und so viel Porzellan zerschlagen, wie ich es in 40 Jahren noch nicht erlebt habe", erklärte Jürgen Friedrich.

Auch der von Ciriaco Sforza heftig kritisierte Otto Rehhagel hatte keinerlei Kompromissbereitschaft erkennen lassen und meinte: "Herr Sforza holt nur Phrasen hervor. Er hat mich nicht kritisiert, sondern diffamiert und den Vereinsfrieden brutal verletzt. Noch niemals habe ich mich in einem Menschen so getäuscht."

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