Brigadegeneral Josef Priller wird Chef der Unteroffizierschule

Wachablösung in der Marseille-Kaserne

bos Appen - Beide sind sie im Rang eines Brigadegenerals, beide Jahrgang '44 - und sie kennen sich, seitdem sie 1964 zusammen die Grundausbildung bei der Bundeswehr absolvierten. Dieser Tage trafen sie sich im dienstlichen Auftrag in der Appener Marseille-Kaserne wieder: Erich Kiesenbauer, seit fast genau drei Jahren Kommandeur der Unteroffizierschule der Luftwaffe (USLw), wird zum 29. September die Befehlsgewalt über die Schule mit ihrem 500-köpfigen Stammpersonal an Josef Priller übergeben. Kiesenbauer wird fortan das Kommando über die 4. Luftwaffendivision mit Sitz im ostfriesischen Aurich übernehmen. Damit winkt dem bisherigen Schul-Chef voraussichtlich die Beförderung zum Generalmajor.

Für seinen Nachfolger Priller ist der "Kulturschock" größer: Der gebürtige Oberbayer und passionierte Skiläufer - er ist verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne - betritt mit seiner Versetzung in die Tiefebene nach Appen norddeutsches Neuland. Der Brigadegeneral war seit Oktober '96 stellvertretender Befehlshaber und General für nationale und territoriale Aufgaben im Wehrbereich VI mit Sitz in München. Von dort aus befehligte Priller auch Gebirgsjägereinheiten. Von Dezember '98 bis Mitte Juni war er ins Hauptquartier der internationalen SFOR-Truppen in Sarajevo abgeordnet.

Kiesenbauer sagte rückblickend, dass sich die USLw seit 1996 in einem Prozess der stetigen Umstrukturierung befunden habe. Umso besser habe ihm gefallen, wie sich das Stammpersonal seinen Aufgaben gestellt habe - "ohne, dass wir einmal Gas wegnehmen mussten". Auf menschlicher Ebene, so der Kommandeur weiter, habe er viele "wertvolle Beziehungen" zu Vertretern Appens und Uetersens geknüpft. Kiesenbauer zu seinem Nachfolger: "Man spürt in der Region, dass man uns gerne hier hat."

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