Wilhelm Bettecken ist tot

Ein Leben für das Kino

KNA Wuppertal - Der Film-Journalist Wilhelm Bettecken ist 79-jährig in seiner Geburtsstadt Wuppertal gestorben. Ob Kurzfilmtage in Obe rhausen, Ruhrfestspiele in Recklinghausen oder die Verleihung des Bundesfilmpreises: Gut 50 Jahre war er ein kenntnisreicher Beobachter der Kino- und Fernsehkultur. Schon als Student der Geschichte, Germanistik und Geographie hatte er zusammen mit Klaus Brüne den "film-dienst" aufgebaut, eine in Expertenkreisen hoch geschätzte Zeitschrift, die von 1947 bis heute lückenlos alle Kinofilme besprochen hat.

Filmbegeisterte Katholiken sollten nicht mit Moralschnüffelei vergrault werden, formulierte Bettecke n das Ziel der Zeitschrift. Der Einfluss des Kinos auf die Jugendlichen sei stärker als Predigt, Lektüre und Heimatabend zusammen. Der Katholik befand sich dabei schnell zwischen allen Stühlen: Etwa beim Krach um "Die Sünderin", bei der eine entblößte Hildegard Knef heftige öffentliche Diskussionen erregte. Oder bei Protesten konservativer kirchlicher Gruppen gegen Scorceses Film "Die letzte Versuchung Christi".

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