"Lindenstraße"- Regisseur George Moorse gestorben

Der "Lindenstraßen"-Regisseur George Moorse ist tot. Wie aus dem Freundeskreis zu erfahren war, starb der amerikanisch-deutsche Film- und Fern seh-Regisseur am Freitagnachmittag an den Folgen eines Herzinfarktes in Köln - eine Woche vor Drehbeginn zu einer neuen Staffel der WDR-Produktion. Moorse, der seit einigen Jahren in Hamburg lebte, wurde 63 Jahre alt.

In einer ersten Stellungnahme sagte "Lindenstraße"-Produzent Hans W. Geißendörfer, die Serie habe "einen Freund und Mitarbeiter zugleich" verloren: "Moorse hat das Profil der ,Lindenstraße' entscheidend mitgeprägt. Seine Arbeit war gekennzeichnet durch philosophische Kraft und Ruhe, du rch Liebe und tiefe Innerlichkeit. Er hat die Schauspieler geliebt und sie in seiner leisen, humorvollen und weisen Art zu wunderbarer Leistung geführt."

Am 1. Mai 1936 in New York geboren, kam der Jung-Lyriker und Underground-Filmer Moorse 1966 auf Einladung des "Literarischen Colloquiums" nach Berlin. Getrieben wurde er von seinem Interesse an der Literatur der deutschen Romantik. Erfolge hatte Moorse unter anderem mit den Verfilmungen der Kleist-Novelle "Der Findling" (1967) und der Büchner-Erzäh lung "Lenz" (1971), die den Bundesfilmpreis für den besten Film des Jahres erhielt. Erfolg hatte er aber auch mit Zeitgeist-Komödien wie "Kuckucksjahre" (1967) und "Der Griller" (1968), die einen Hauch von amerikanischer "Flower-Power-Romantik" in die SchwabingerApo-Bohèmebrachten. dpa

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