Handelskammer fordert Instandsetzungen, sonst wird es später noch teurer

70 Hauptstraßen in Hamburg marode

bob/sd Hamburg - Die Handelskammer Hamburg fordert mehr Geld für den Erhalt des Hamburger Straßennetzes. "Es macht ökonomisch keinen Sinn, so lange mit den Reparaturen an den Fahrbahnen zu warten, bis eine Grundinstandsetzung fällig ist", sagt der Leiter des Geschäftsbereichs Verkehr der Kammer, Reinhard Wolf. Er reagiert damit auf den gestrigen Abendblatt-Report über den prekären Zustand der Fahrbahnen in der Hansestadt.

Allein die Grundinstandsetzung von rund 70 Hauptverkehrsstraßen in Hamburg würde 165 Millionen Mark kosten. Das geht aus jüngsten Zahlen des Senats hervor, die dem Abendblatt vorliegen. In diesem Jahr stehen für die Reparatur der Fahrbahnen allerdings nur 19,1 Millionen Mark zur Verfügung.

"Die vorhandenen Mittel werden falsch eingesetzt", kritisiert der Geschäftsführer des Landesverbands des Kfz-Gewerbes, Klaus Schneider. "Statt immer mehr Geld in den Ausbau von Tempo-30-Zonen zu stecken, sollte mehr in die Instandsetzung investiert werden."

Die Hamburger CDU-Bürgerschaftsfraktion bemängelt, daß es in Hamburg keine Straßendatenbank gibt, in der systematisch der Zustand des Hamburger Wegenetzes festgehalten ist. Die dafür veranschlagten Mittel in Höhe von mehr als drei Millionen Mark, so die CDU-Fraktion, hätte der Senat durch einen Verzicht von Maßnahmen wie dem Rückbau der Alsterkrugchaussee (rund zwei Millionen), den Rückbau von Busbuchten und den Umbau des Grindelhofes finanzieren können.

Kritik kommt auch vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC). Er mache immer häufiger die Erfahrung, daß der Hinweis auf die Mängel an Radwegen nichts bewirke, sagte ADFC-Chef Ulf Dietze. "Mir wurde gesagt, für solche Lappalien fehle das Geld." Berichte Seite 11 Kommentar Seite 2

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: 1999