Clara-Schumann-Förderpreis an Xiao Shu Zhu

Junge chinesische Pianistin geehrt

C.W. Hamburg - Die Technik sei stets nur dazu da, dem Geist der Musik zu dienen, meinte Clara Schumann einst. Sie wußte, wovon sie sprach, denn selbst Komponistin und gefeierte Pianistin, war sie weit mehr als die Frau eines berühmten Musikers. So traf es sich gut, daß im Rahmen des diesjährigen Hammoniale-Festivals der Frauen auf Kampnagel erstmals der Clara-Schumann-Förderpreis vergeben werden konnte. Und zwar an die junge chinesische Pianistin Xiao Shu Zhu, die den mit 10 000 Mark dotierten Preis aus Mitteln der ZEIT-Stiftung nutzen wird, um ihr Studium in Deutschland abzuschließen.

In der Musik-Stadt Hamburg, so sagte Bürgermeister Ortwin Runde in seiner Laudatio, werde nicht nur ein reiches Spektrum an künstlerischen Angeboten gepflegt, sondern auch Sorge um den Nachwuchs getragen. "Musik ist eine Sprache, die überall verstanden wird und Völker verbindet. Xiao Shu Zhu ist eine der hoffnungsvollsten Vertreterinnen dieses Gedankens."

Daß Runde mit seinem Lob nicht übertrieb, hatte Xiao Shu Zhu im ersten Teil ihrer Klaviermatinee erkennen lassen: In reizvoller Zusammenstellung rahmte sie hier mit Bachs D-Dur-Toccata und dessen a-Moll-Partita vier Préludes von Galina Ustwolskaja und die 1962 entstandene Chaconne von Sofia Gubaidulina ein. Dieses Werk hinterließ neben der makellos (doch ohne Wiederholungen) gespielten Bach-Partita den stärksten Eindruck.

Zu blaß blieben dagegen die vier Werke von Clara und Robert Schumann nach der Pause. In Claras Variationen über ein Thema ihres Mannes hätten die zahllosen Wiederholungen farbiger beleuchtet werden müssen, um jede Monotonie zu umgehen. Auch Roberts Abegg-Variationen hätten mehr gestalterische Freiheiten verlangt und im Sinne von Claras Maxime weniger vordergründige Virtuosität.