Neuseeland und Australien, Japan, China und Taiwan - zwei Wochen war Hamburgs Erster Bürgermeister Ortwin Runde auf Weltreise. Er hat seine Stadt vertreten, wie es sein Amt erfordert. Er hat Auckland und Wellington besucht, Melbourne und Sydney, Hongkong und Taipeh. Es war keine Vergnügungsreise, sondern harte Arbeit. An diesem Wochenende wird er wieder im Rathaus sitzen.

Runde warb für Hamburg, er bot die Dienstbereitschaft der Administration ebenso an wie die Leistungsfähigkeit der privaten Wirtschaft sowie der Kultur - und Bildungseinrichtungen. Er vermeldete den baldigen Vollzug der Elbvertiefung, die Hafenerweiterung Altenwerder, die Pläne zum Bau der Hafen-City. Runde hat vor allem aber die Position der Hansestadt als Tor nach Skandinavien und in das Baltikum hervorgehoben, hat Hamburg als den östlichsten Atlantik- und den westlichsten Ostseehafen bekannt gemacht. Mit einem Hinterland, in dem 50 Millionen Menschen leben. Solche Zahlen locken das Geschäft.

Der Bürgermeister hat seine Sache gut gemacht. Er hat auf unkomplizierte und direkte Art alte Verbindungen aufgefrischt, neue Kontakte hergestellt und als Türöffner für die Hamburger Wirtschaft agiert. Das ist wichtig, denn auch im Zeitalter globaler Medienvernetzung kommt der persönlichen Begegnung allemal ein hoher Stellenwert zu.

Die Reise des Bürgermeisters fiel zudem in eine besondere Phase der Weltwirtschaft, die mit der immer noch schwelenden Finanzkrise Ostasiens zu tun hat. Länder wie Neuseeland und Australien, sonst eher am pazifischen Raum orientiert, entdecken verstärkt Europa als Absatzmarkt und Handelspartner. Auch das läßt hoffen.

Natürlich läßt sich der Erfolg einer solchen Tour nicht in Mark und Pfennig messen, schnell schon gar nicht. Aber eines ist dennoch gewiß: Langfristig zahlt es sich aus, Flagge zu zeigen.

Der schwächelnde Euro

Weichen stellen