Der "Süderhof" läßt grüßen: Auftakt zu 13 Folgen

Auf dem Bio-Gut tobt das Leben

Serie: Die Kinder vom Alstertal. Kinderkanal, 16.30 Uhr Ohnsorg-Star Ursula Hinrichs mußte tanken. Irgendwo in Südfrankreich. Menschen umringten sie plötzlich, lachten sie an, schienen sie zu kennen. Woher bloß? Wieso war in Südfrankreich Ohnsorg ein Begriff? Nichts mit Ohnsorg. Die Leute fragten: "Sind Sie nicht die Großmama vom Süderhof?" Das war sie. Und ist nun die Oma vom Gut Alstertal.

"Neues vom Süderhof", Top-Serie im Kinderkanal, von der praktisch jeden Tag irgendwo eine Folge wiederholt wird, hat ausgedient. Die Kinder dort sind schließlich keine Kinder mehr, und Umbesetzungen der vertrauten Rollen wollte man den jungen Zuschauern und ihrem ausgeprägten Identifizierungsbedürfnis nicht zumuten.

So sind es nun "Die Kinder vom Alstertal", doch die Regie blieb bei Monika Zinnenberg, einst in den Sechzigern der "Busen der Nation" und Hauptdarstellerin in Filmen von Klaus Lemcke und Roger Fritz, heute profilierte Regisseurin mit besonderem Händchen für Kinderfilme: "Ich habe nie selber Kinder haben wollen. Aber ich bin leidenschaftlich gern Tante. Und ich liebe Kinder einfach . . ." Zu denen vom "Alstertal" räumt sie freimütig ein: "Das alles hier ist natürlich nicht viel anders als unser guter alter ,Süderhof ." Etwas anders schon. "Die Probleme gehen dichter an die Wirklichkeit heran", meint Redakteur Arno Alexander. Und etwas komplizierter sind die familiären Beziehungen auch.

Da wäre also ein Bio-Hof, das Gut Alstertal. Darüber wacht als Senior-Chefin die "Ami", sprich "Oma", eben Ursula Hinrichs, Opern-Fan und immer prächtig behütet. Sohn Karl hat die Karla (Simone Rietschel) geheiratet, und die bleibt nach seinem frühen Unfalltod mit zwei Kindern zurück, mit Timo (Marco Soumikh), der eifersüchtig jeden Verehrer der schönen Mama in die Flucht schlägt, und Nesthäkchen Tobias (Tim Küchler), der entschieden was gegen andere Nesthäkchen wie die kleine Vietnamesin Kiki (Thuy-Anh Cao) hat.

Dann wären da noch Amis andere Tochter Susanne (Kerstin Dräger) und deren Mann Uwe (Lennard Krüger) mit den halbflüggen Töchtern (Katharina Wäschenbach) und "Hexe" (Marleen Lohse). Und da wäre viel Getier, wäre eine Landschaft, wo man angeblich schon Nordsee-Luft schnuppert. Im Film.

Tatsächlich wurde der Hof nicht im Hamburger Alstertal, sondern bei Soltau gefunden. Dort entstanden für runde fünf Millionen Mark die ersten 13 Folgen. Liebe Geschichten insgesamt, wo ein versehrtes Rehkitz schon der größte aller denkbaren Schrecken ist.

Aber es werden zugleich, wie bereits beim "Süderhof", alle kindlichen Probleme wie Verlustangst, Rivalitäten, erste Liebe angesprochen. Und wie sehr so etwas die Kinder erreicht und über den Anlaß hinaus beschäftigt, bekamen schon in "Süder-hof"-Tagen vor allem die Lehrer zu spüren. Redaktionsleiter Wolfgang Buresch: "Immer wieder wurden wir auf begleitendes Material zu den Sendungen angesprochen."

Bei den "Kindern vom Alstertal" zog man deshalb schon jetzt die Konsequenz. Nacherzählungen der einzelnen Folgen liegen vor, mit Bearbeitungsvorschlägen und Arbeitsblättern. Kostenlos anzufordern über NDR / Programmgruppe Familie, Gazellenkamp 57, 22504 Hamburg. PAUL BARZ

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