Marineschule Mürwik

Der Turm ist nicht mehr zu retten

dpa Flensburg - Der monatelange Streit von Baufachleuten und lenkmalschützern um den altersschwachen Turm der Marineschule Mürwik (MSM) in Flensburg ist entschieden: Der 20 Meter hohe Turm der 90 Jahre alten "Alma mater" aüer deutschen Marineoffiziere muß weg. Voraussichthch wird im Rahmen Verlaufenden Gesamtsanierung noch in diesem Monat mit dem vorsichtigen Abriß des Turmes begonnen. Die originalgetreue Neuerrichtung soll im Frühsommer 1999 beendet sein.

Nach einem bauwissenschaftlichen Gutachten der Universität Karlsruhe ist ein Abriß und Neubau der beste Weg, um den Turm für die Zukunft zu erhalten. Die vom Kieler Landesamt für Denkmalpflege vorgeschlagene Methode, den Turm wie bei der Sanierung des Schleswiger Doms mit einer Art Klebe-Iniektion in Verbindung mit Spezialhaken zu sanieren, ist verworfen worden.

Beim Neubau des Turmes werden für das 350 Quadratmeter umfassende Verblendwerk etliche 1000 Backsteine benötigt, die in einer Ziegelei im Herzogtum Lauenburg speziell gefertigt werden.

Die im Stil der westpreußischen Marienburg des Deutschen Ritterordens errichtete Marineschule steht seit 1975 unter Denkmalschutz. Seit einigen Jahren läuft die innere und äußere Restaurierung des Komplexes am Ufer der Flensburger Förde. Sie soll 2010 zum 100jährigen Bestehen der MSM abgeschlossen sein. Die Kosten betragen nach bisherigen Planungen 60 MüUonen Mark. 38 Millionen Mark sind bereits ausgegeben.

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