Sparkurs auf dem Uni-Klo

Von allen Fachbereichen gehen seit Wochen Hiobsbotschaften ins Land, nun kommt kurz vor Jahresschluß die erste frohe Botschaft von der Uni - aus dem Sanitärbereich. "Beckenbauer hilft Uni sparen" vermeldet die Pressestelle von Hamburgs größter Hochschule, deren Mitarbeiter offenbar vorzeitig das eine oder andere Fläschchen Sekt geköpft haben. Denn mitnichten geht es hier um eine neue Form des Sponsoring unter dem Motto "Libero pro Campus" - der Bekkenbauer ist vielmehr eines von vielen Wortspielen dieser leicht albernen Pressemitteüung.

Bald schon nämüch wird der Uni große Not durch der Studenten kleine Notdurft gelindert. "Unter dem klammheimüchen Motto .Beim Pinkeln Pinke sparen'", so die beschwingte Pressestelle, sei auf den Toiletten "der .Ernst-Fall' eingetreten". Im Klartext: Die Uni hat auf den Männer-Klos auf Kosten der Umweltbehörde mehr als 700 Urinale des "Systems Ernst" (so heißt es tatsächllch) installieren lassen, die den alten Lehrsatz "Ohne Woter geit dat nich" wissenschaftlich nachprüfbar widerlegen. Denn ledigllch ein Desinfektionsmittel und eine "Sperrflüssigkeit" (beide biologisch abbaubar) nehmen den Urin auf - und verhindern dabei auch noch jeden Geruch. Dufte, dieses ökologische Pinkeln! Und natürllch stinkt auch das Geld nicht, das die Uni durch das wasserlose System spart. Am Beispiel einer "starkfreauentierten Anlage" der Cafeteria im Wiwi- Bunker "mit vier Standplätzen" rechnet die Pressestelle eine Ersparnis von etwa 3000 Mark pro Jahr vor. Ein weiterer Vortell: Weniger akademische Ausscheidungen belasten die Stadt, die ja auch fa-, äh, fiskallsch in den Sielen hängt.

Großartig auch, daß es beim "System Ernst" kerne Rohrbrüche mehr gibt. AUerdings dürfte das Leeren was kosten - und auch jeder Stuhl bleibt an der Uni unverändert teuer. kst