Thomas Hellriegel ist der erste Deutsche, der den härtesten Triathlon der Welt auf Hawaii gewann

Triumph der drei Muskeltiere

Liw/ra Kailua-Kona - Ganz allein lief er dem Ziel entgegen und schwenkte mit der rechten Hand die Deutschland-Fahne. Das Glücksgefühl linderte die höllischen Schmerzen. Die Fans am Straßenrand tobten, Thomas Hellriegel ballte die linke Faust. Nach 8:33:01 Stunden war der Mann aus Bruchsal am Ziel seiner sportlichen Träume. Als erster Deutscher hatte er den Ironman auf Hawaii gewonnen - den härtesten und renommiertesten Triathlon der Welt.

Als Lohn bekam der 26jährige zunächst einen Blumenkranz, dann nahm den härtesten Mann der Welt Freundin Peggy Büchse, eine Langstrecken-Schwimmerin aus Rostock, in die Arme. Obwohl total gezeichnet, lief der "König der Eisenmänner" noch eine kleine Ehrenrunde. Mit letzter Kraft sagte Hellriegel dabei über ein Mikrofon: ?Ich bin so glücklich, dieser Titel ist alles,

raturen von mehr als 40 Grad gelang es Zack, der wegen eines defekten Helmgurtes beim Wechsel Zeit verloren hatte, sich von einer Gruppe um Hellriegel zu lösen. Nach 180 Kilometern wechselte der Koblenzer mit dreieinhalb Minuten Vorsprung zum abschließenden Marathon.

Hellriegel überflügelte Zack, der mit Muskelproblemen zu kämpfen hatte, im Lauf der 42,195 km. Zack: "Ich bin über den zweiten Platz glücklich und gönne Thomas den Erfolg."

Schließlich war Hellriegel zweimal um den Lohn - das "Schmerzensgeld" für den Sieger beträgt 62 000 Mark - seiner schweißtreibenden Arbeit gebracht worden. Obwohl er zweimal in Führung gelegen hatte, wurde er 1995 von Mark Allen (USA) und 1996 von Luc van Lierde (Belgien) jeweils auf den letzten Kilometern überholt. So war auch diesmal Vorsicht geboten: "Ich habe immer zurückgeschaut und hatte schon eine gewisse Nervosität", meinte Hellriegel. Zugute kam dem für SV Witten startenden Triathleten, daß van Lierde nach einer Achillessehnen-Operation fehlte. Auch wenn Hellriegel dessen Streckenrekord um eine halbe Stunde verfehlte, seine Einzelleistungen sprechen dennoch für sich: 53:08 Minuten Schwimmen, 4:47:57 Stunden Radfahren, 2:51:56 Stunden Laufen.

Bei den Frauen siegte Heather Fuhr (USA) in 9:31:43 Stunden. Wendy Ingraham und Sian Welsh, die vor dem Ziel kollabiert waren, krabbelten die letzten Meter bis über die Linie und wurden Vierte und Fünfte. was ich gewollt habe." Sprach's und mußte sofort zur körperlichen Generalüberholung in medizinische Behandlung.

Der geschlauchte Hellriegel verpaßte so die Ankunft seiner Konkurrenten: Jürgen Zack (32) aus Koblenz als Zweiter (8:39: 18) und Lothar Leder (26) aus Darmstadt als Dritter (8:40:30) sorgten für den Triumph der drei deutschen Muskeltiere. "Es waren die härtesteten Bedingungen, die ich jemals auf Hawaii erlebt habe", urteilte Routinier Zack.

Nach dem Schwimmen (3,8 km) hatte zunächst Wolfgang Dittrich als schnellster Deutscher auf Rang zwei gelegen. Doch dann traten die Rad-Experten in die Pedale. Bei Tempe-

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