Veloroute: 270 Kilometer Sicherheit

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Jetzt gibt es auch für Hamburg ein "Velorouten-Netzkonzept". Die Baubehörde hat sich für 100 000 Mark ein Gutachten machen lassen, in dem vorgeschlagen wird, rund 270 Kilometer bereits vorhandener Straßen und Wege so auszubauen, daß Radfahrer möglichst sicher und bequem von ihrer Wohnung an den Arbeitsplatz kommen.

Obwohl es in der Hansestadt bereits mehr als 1200 Kilometer Radwege gibt, soll darauf aufbauend noch ein spezielles Radwegenetz erstellt werden. Das vom Ingenieurbüro PGV in Hannover vorgelegte Konzept besteht im wesentlichen aus zehn Radialen, die strahlenförmig von der City bis an den Stadtrand reichen und dabei möglichst viele Wohngebiete und Einkaufszentren sowie Schulen, Sportund Kultureinrichtungen miteinander verknüpfen. Zusätzlich erlauben ein innerer und ein äu- ßerer Ring Querverbindungen zwischen den Radialen.

Doch so schnell gebaut werden dürfte das Radwege-Netz nicht. Bausenator Eugen Wagner: "Das muß jetzt in den Bezirken und Behörden diskutiert werden." Zwar stehen jährlich 3,3 Millionen Mark für den Radverkehr zur Verfügung, bei geschätzten rund 80 Millionen Mark Gesamtkosten sind die Aussichten auf rasche Verwirklichung aber nicht gerade rosig.

Fahrradstraße Anlieger frei

Eine Route jedoch ist bereits im Bau und soll 1998 fertig sein: die vom Behrmannplatz in Lokstedt zum Uni- Viertel. In ihrem Verlauf hat Hamburg gestern seine erste Fahrradstraße eingerichtet. Sie führt durch die Heinrich-Barth-Straße, Bornstraße und Rutschbahn. Nach der neuen Straßenverkehrsordnung dürfen dort Radfahrer frei auf den Fahrbahnen radeln. Nur Anlieger dürfen noch mit ihren Autos fahren - mit besonderer Rücksicht auf die Radler.

Das neue Schild "Fahrradstra- ße - Anlieger frei" hielt die Autofahrer gestern jedoch nicht davon ab, durch die drei Straßen zu fahren. Eimsbüttels Bezirksamtsleiter "Eddy" (Jürgen) Mantell startete einen "Selbstversuch" und radelte gestern durch die Fahrradstraße. "Die Schilder sorgen noch für Verwirrung", sagte Mantell. Er überlege deshalb, die rot- weißen "Einfahrt Verboten"-Schilder zusätzlich wieder aufstellen zu lassen.

scho/sat

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