Wohliges Unbehagen

Dokumentation: Lust am Gruseln. ARD, 23.00 Uhr

Warum fasziniert das ästhetische Grauen, während der reale Horror abschreckt? Die Kölner FUmemacherin Susanne d'Alquen (33) recherchierte in ihrem filmischen Essay "Lust am Gruseln"'" das wohüge Unbehagen der Blutspur postmoderner Greuelphantasien. So darf Pizzage-*' sieht Freddy Krüger mehrfach seine Messer wetzen, während Dracula, jener vergleichsweise kultivierte Vertreter des gothischen Horrors, nur ein einziges Mal verstohlen zubeißen darf. Die Dokumentation ist denn auch weniger eine Kulturgeschichte in Büdern als vielmehr ein subjektiver Büderbogen, der mit den Büdern bisweüen mehr vermittelt als mit Kommentar und O-Tönen.

"Fakten, Fakten, Fakten - das ist nicht mein Stü. Ich möchte mein Thema atmosphärisch rüberbringen", betont d'Alquen. Nicht nur, daß sie Experten in ein reales oder virtueües Horror- Ambiente versetzt, sie läßt auch einen Zombie moderieren und läßt ihn eintauchen in ein Ambiente aus Nacht, Nebel und Friedhofsstimmung. Mehr als 40 Horror^ Videos hat sie sich innerhalb weniger Wochen angeschaut. "Mich kann nichts mehr Schocken", sagt sie. Aber warum hSattlie Mütter eines achtjährigen "ohris, die idyllischauf dem Lande lebt, ausgerechnet einen FUm Jp$(ffiöp[or gemacht? "Ich habe seit jeher ein Faible für Horrorfilme, und anderen geht's ähnüch. Dem woüte ich nachspüren."

"Gruseln tut gut" heißt es in dem WDR-Beitrag, der auch Ausflüge ins Märchen, ins Londoner Gruselmuseum und ein (Horror-)Erlebnislokal unternimmt. Und Medienwissenschaftler Jürgen Grimm sagt, warum: "Man setzt sich beim ästhetischen Horror einer Sache aus, die man im Leben fürchtet, um gerüstet zu sein für die reale Gefahrdungssituation. "

Susanne d'Alquen sieht's ähn- üch: "Ich habe eine Wahnsinns- Flugangst, schaue mir aber mit Genuß Flugzeug-Katastrophenfilme an." tt

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