Schweden verleihen Hamburgerin Ehrendoktorwürde

Ausgezeichnete Wissenschaftlerin

Nur wenige Monate nach der Ernennung zur Professorin auf Lebenszeit wird Ulrike Beisiegel, Wissenschaftlerin am Universitätskrankenhaus Eppendorf (UKE) von der schwedischen Universität Umea ausgezeichnet. Für ihre Forschungsarbeit im Bereich Nahrungsfettabbau wird ihr die Ehrendoktorwürde verliehen. Eine Auszeichnung, die sich die 43jährige nicht nur auf die Visitenkarte schreiben will.

Seit 1989 arbeitet Ulrike Beisiegel mit Dr. Gunüla OUvecrona von der schwedischen Universität Umea zusammen. Gemeinsam forschten sie darüber, wie Nahrungsfette im Blut abgebaut und wie diese Fette in der Leber aufgenommen werden. Dabei entdeckte Ulrike Beisiegel, die mehrere Jahre mit den Medizin-Nobelpreisträgern Joseph Goldstein und Michael Brown in Amerika zusammengearbeitet hatte, daß die Rezeptoren in der Leber auch ein bestimmtes Enzym an den Fettpartikeln erkennen können.

Entscheidend sind diese Forschungen zur Verhinderung von Herzinfarkten bei Patienten, die nach dem Essen hohe Blutfettwerte aufweisen. Das bedeutet, daß das überschüssige Fett in den Gefäßen abgelagert wird. Dabei geht es nicht nur um das bekannte Cholesterin, sondern vor aüem um sogenannte Triglyzeride, eine andere Gruppe der Fette.

Neben ihrer Forschungstätigkeit war Ulrike Beisiegel lange Zeitvorsitzende des Kreises "Naturwissenschaftler für den Frieden". Sie ist zudem Geschäftsführerin der "Europäischen Atherosklerose-Gesellschaft. Seit zwölf Jahren lebt sie in Hamburg, die ?Traumstadt" der Seglerin.

Vor der Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die schwedische Universität Umea, die die ausgezeichneten Wissenschaftler mit Ring, Schärpe und Doktorhut ehrt, mußte Professor Ulrike Beisiegel allerdings zunächst zum Hutmacher in Hamburg: "Die Universität brauchte meine Hutgröße, und die wußte ich einfach nicht." pw

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