Vom Leben und Sterben des Roten Mannes

Ein Gesicht wie aus Granit gemeißelt: Wooden Leg, ein stolzer Krieger der Nördüchen Cheyenne, kämpfte mit den legendären Häuptüngen Crazy Horse, Gall und Two Moons am Little Big Hörn gegen die US-Armee. Diese Schlacht anno 1876 markiert den letzten großen Sieg der Indianer gegen die europäischen Eindringlinge und damit zugleich das Ende der Freiheit der nordamerikanischen Ureinwohner.

Das Foto stammt aus dem neu erschienenen Büdband "500 Nations" von Alvin M. Josephy. Auf 480 Seiten mit ebenso vielen Fotos, Gemälden, Zeichnungen und historischen Karten wird die Geschichte vom Leben und Sterben des Roten Mannes detaügenau nachgezeichnet.

Dabei beschränkt sich Josephy keineswegs nur auf die klassischen Western-Inhalte aus dem 18. und 19. Jahrhundert, sondern beschreibt auch die präkolumbianische Stammesgeschichte. So ist ein Kapitel den Azteken, Maya und Tolteken im alten Mexiko gewidmet. Besonders gelungen ist die Gegenübersteüung historischer und kultureüer Fakten mit Porträtfotos und Aussagen heutiger Indianer.

Das Buch setzt inhaltlich und vor allem gestalterisch neue Maßstäbe. Die BUdauswahl und -quaütät ist bestechend. Der Historiker Josephy räumt aus indianischer Perspektive mit vielen KUschees auf, die Hollywood und Karl May in die Hüne des deutschen Publikums gepflanzt haben. "500 Nations" ist damit ein unverzichtbares Standardwerk der Indianer- Literatur, mhü (Alvin M. Josephy: 500 Nations - Die Illustrierte Geschichte der Indianer Nordamerikas. Frederking & Thaler. 460 Seiten, 475 farbige Abbildungen, 17 Karten, 98 Mark)

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