Neues Briefzentrum60 Millionen Mark investiert

Die Post will schneller werden

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Die Deutsche Post AG hat das neue Briefzentrum Hamburg- Süd in Betrieb genommen: Rund 60 Milüonen Mark investierte die Aktiengesellschaft in den Neubau - eines von bundesweit 83 neuen Briefzentren (bislang gibt es 1000). Dahinter steht das Konzept "Brief 2000" mit dem die Post in Zukunft den Brieftransport bis Ende 1998 "schneller, zuverlässiger und günstiger" gestalten wül.

"80 Prozent der Zustellungen erfolgen jetzt schon ün 24-Stunden-Service", sagte Dieter Seegers-Krückeberg, Vorstandsmitgüed der Post AG, bei der Eröffnung.

Als "High-Tech-Offensive" stellte die Post den mit automatischen Förder-, Sortier- und Verteü-Anlagen ausgestatteten Neubau bei Moorburg vor. In nur einem Jahr wurde das Briefzentrum mit emer Betriebsfläche von mehr als 8000 Quadratmetern gebaut.

Rund 2,25 MUUonen Briefe können dort tägüch von etwa 500 Angesteüten der Post bearbeitet werden. Die Briefe aller Orte, deren Postleitzahlen mit der Zahl 21 beginnen, werden in Zukunft hier versandfertig gemacht.

Personal wül die Post vor allem über die Vorruhestands-Regelung abbauen. "Es wird niemand entlassen", sagte Gerhard Troschke, Präsident der Post-Direktion Schwerin.

Ende März kommenden Jahres soll in Hamburg außerdem ein zweites - und vor allem eines der größten - neuen Briefzentren m Deutschland in Betrieb gehen. Rund 100 MUUonen Mark wül die Post in den Umbau des Gebäudes an der Kaltenküchener Straße (Altona) investieren.

Wie viele Arbeitsplätze dort abgebaut werden sollen, steht nach Angaben der Post noch nicht fest.

Troschke verwies auch hier auf die Zusicherung des Unternehmens, daß es bis Ende 1997 kerne betriebsbedingten Kündigungen geben werde.

Erster Protest gegen das geplante riesige Verteflzentrum in Altona wurde bereits laut. Zahlreiche Firmen in der Hamburger Innenstadt bezweifeln bereits, daß die Post sie ün kommenden Jahr schneller erreicht. Im Gegentell: Briefe kämen durch das feplante Zentrum später an als isher, da sie nicht mehr direkt im Postamt Hühnerposten abgefertigt würden. Auen in anderen Stadttellen protestieren Kunden der Deutschen Post AG immer wieder gegen schleppende Briefzustellungen.

In Niendorf soll seit einem Monat die Post in manchen Straßen am Freitag gar nicht mehr ausge- Uefert werden. Statt dessen erreichten die Briefe seine Kanzlei erst am Sonnabend gegen 14 Uhr, wenn dort nicht mehr gearbeitet werde, klagte Rechtsanwalt Wolfgang Fundus.

Zahlreiche Beschwerden beim zuständigen Postamt seien bislang erfolglos gewesen. Die Zentrale der Post wül sich nun um den Fall kümmern. pw

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