LESERBRIEFE

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An das Hamburger Abendblatt, Brieffach 2110, 20350 Hamburg

Rinderseuche

"Neue BSE-Gefahr", Hamburger Abendblatt, 6. Juni

Nach dem heutigen Wissensstand dürfte der Export englischer Rindfleisch-Produkte unverantwortlich sein. Sobald die von den Engländern angekündigten Maßnahmen zur Ausrottung der Rinderseuche BSE und Einführung neuer Produktionsmethoden wirksam werden und eine absolut hundertprozentige Sicherheit für die strikte Einhaltung dieser Vorschriften gewährleistet werden kann, wäre eine Aufhebung des Exportverbots zu verantworten. Es müßte absolut sicher sein, daß kerne vor Inkrafttreten dieser Maßnahmen hergestellten Produkte auf den Markt gelangen können.

Dr. Hans Kautsky,

2259 Hamburg

Kirche und Staat

"Evangelische Kirche appelliert: Bitte nicht austreten!" Hamburger Abendblatt, 4. Juni

Ich bin Mitgüed der evangeüschen Kirche und erkenne die Leistungen der Kirche voll an. Seit einiger Zeit kann ich die Küche nicht mehr verstehen. Sie mischt sich in die Politik ein und vertritt öffentlich bstimmte Richtungen. Sie stellt sich teilweise gegen den Staat. Dann immer wieder die Diskussionen über Homosexuelle u. a. Die Kirche soll für alle da sein. Es kommt wohl nur auf das "Me" an.

Heinz A. Hintz, Brunsbek

Gezielte Fortbildung

"Herr Riester, Ist Arbelt zu teuer?" Hamburger Abendblatt, 1. / 2. Juni Wenngleich ich mit IG-Metall- Vize Walter Riester nicht in allen Punkten übereinstimme, so sind aber seine Überlegungen zu einem berufsbegleitenden Fortbüdungssystem beachtenswert. Hier ist ein Hinweis auf die Bundeswehr interessant, die fortlaufende Schulung fest integriert hat, von der Unterweisung speziaüsierter Mannschaftsdienstgrade an neuem Gerät bis zu Lehrgängen hoher Offiziere für den Generalstabs- /Admiralstabsdienst. Natürlich läßt sich ein solches System aus einer straffen Organisation wie der Bundeswehr nicht ohne weiteres auf die gesamte Wirtschaft übertragen, aber es kann als Vorbild dienen. Eine gezielte, institutionalisierte Fortbüdung könnte überlange Studienzeiten und recht fragwürdige "Bildungsurlaube" ersetzen. Das bringt zwar noch keine Kostenneutrahtät, jedoch sicherlich mehr Effizienz!

Horst E. Böttcher,

22763 Hamburg

Radfahrer

"Gefahrenpunkt Klosterstern", Hamburger Abendblatt, 7. Juni Ende 1994 ordnete die Polizei im Horner Kreisel an, daß Radfahrer die Autobahnausfahrt nicht mehr überfahren dürfen. Die Folge war, daß der Radverkehr seitdem in der falschen Richtung im Kreisel fahren muß. Nun meint die Polizei, im Klosterstern sei das Radfahren in der falschen Richtung höchst gefährlich. Da schemt sie ja die eigenen Argumente nicht zu kennen.

UlfDietze, Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club,

22175 Hamburg

Schmunzel-Lektüre

"Der Hamburger Autor Rainer Bruno erzählt Grimms Märchen .politisch korrekt' / Der böse Wolf als braver Vegetarier", Hamburger Abendblatt, 1./2. Juni

Man merkt, daß der Autor keine Kinder hat. Sonst hätte er beim Erzählen der Grimmschen Märchen erleben und spüren können, daß es hier gar nicht um äußere oder gar politische Inhalte geht, sondern um allgemein-menschliche Wahrbilder für den Entwicklungsweg der menschlichen Seele. Und insofern ist ein König nicht ein den Sachzwängen der heutigen Poütik unterworfener Machthaber, sondern das von Kindern unmittelbar empfundene Wahrbüd für den Zustand des gereiften Menschen, der sein Ich - nach vielen Wegen und Umwegen - endlich gefunden hat. Man kann nur hoffen, daß die Leser dieses Buch als intellektuelle Schmunzel-Lektüre zu den Büchern stellen, die nicht für Kinder geeignet sind.

Eugenie Block-Lamp Lehrerm, 22395 Hamburg

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