Wie wirksam sind Alarmanlagen?

Bis der Autodieb entnervt aufgibt

Der wachsenden Zahl der Fahrzeugdiebstähle begegnen Hersteller und Autobesitzer mit immer ausgeklügelteren Sicherungssystemen. Den absolut sicheren Diebstahlschutz für Autos gibt es jedoch nicht. Mit genügend Zeit und der richtigen Ausrüstung können Profis offenbar jedes Fahrzeug stehlen. Das hat jetzt die Stiftung Warentest in einer Untersuchung bestätigt.

Gute Alarmanlagen mit integrierter Wegfahrsperre widerstehen Knackversuchen jedoch so lange, daß zumindest die rund 80 Prozent Gelegenheitsdiebe unter den Tätern entnervt aufgeben oder sich einem Auto ohne zusätzliche Sicherheitseinrichtung zuwenden. Wichtig ist deshalb, daß das Auto von außen erkennbar gesichert ist - zum Beispiel durch eine blinkende Leuchtdiode im Fahrzeuginnenraum. Auch ein Aufkleber an der Scheibe ist sinnvoll. Er sollte jedoch keinesfalls den Hersteller und Typ der Alarmanlage erkennen lassen, weil dadurch schon praktische Hilfe zur Überwindung der Anlage gegeben wird.

Obwohl nachträglich eingebaute Wegfahrsperren und Alarmanlagen kerne Garantie gegen Diebstahl sind, raten ie Tester eher zu. Die von ihnen untersuchten elektronischen Wachhunde kosten zwischen 436 und 1515 Mark. Alle Fabrikate im Test sind mit einer Allgemeinen Betriebserlaubnis (ABE) ausgestattet.

Einwandfreie Schutzfunktion

Unter den geprüften Geräten haben die Bosch Bloctronic RF 2000 und die Hella Protec 7000 i Luxus die Nase vorn. Laserline 996 Kit, bau- §leich mit Mitsubishi Safety ystem MSS und Starttronic 996 Kit, sowie die Diebstahlwarnanlage von Mercedes- Benz sind wegen der Schutzfunktion ebenfalls "sehr gut". Allerdings erwies sich die Alarmfrequenz als zu niedrig, und der Alarm wurde öfter

wiederholt, als die Bestimmungen es zulassen. Die Ullrich 1 und die Votex Immobil Car erreichten die Bestnote wegen "zufriedenstellender" Handhabung nur knapp. Die Schutzfunktion war jedoch auch hier einwandfrei.

Lautstarkes Signalhorn

Bei der Alarmanlage ist es vor allem wichtig, daß ein lautstarkes Signalhorn zum Lieferumfang gehört. Nach ordnungsgemäßem Einbau läßt sich rund ein Drittel der geprüften Fabrikate nur sehr schwer überwinden, ihre Schutzfunktion ist also "sehr gut" bzw. "gut". Etwas leichteres Spiel haben Langfinger mit denn Anlagen von Gabel, Gemini, Opel, Renault und VDO, deren Schutzfunktion nur "zufriedenstellend" ausfiel. Bei der Anlage von BMW haperte es an der Fehlalarm- Sicherheit.

Die meisten der geprüften Alarmanlagen werden per Funkhandsender aktiviert. Die Opel-Diebstahlwarnanlage verfügt über eine Infrarotfernbedienung. Besonders komfortabel ist es, wenn die Scharfschaltung gleichzeitig mit dem Abschließen der Tür über die Zentralverriegelung erfolgt. Diese Funktion ist bei allen Fabrikaten außer Gabel möghch, bei der Mercedes- Anlage sogar serienmäßig vorgesehen.

Zu den Kosten für das Gerät kommt der Einbau. Fachwerkstätten veranschlagen je nach Typ der Anlage und des Autos sechs bis acht Arbeitsstunden. Der Kunde muß also neben dem Gerätepreis noch rund 500 bis 1000 Mark für die Montage berappen.

Kostenbewußte Heimwerker werden jedoch gewarnt: Der Selbst-Einbau kann leicht einige Tage in Anspruch nehmen und dennoch am Ende nicht zum gewünschten Ergebnis führen. Für Wegfahrsperren gilt zudem, daß Autoversicherun- §en nur Systeme anerkennen, ie durch eine Fachwerkstatt installiert wurden. vh