Langenhorns 30-Millionen-Lifting

Mit Durchhalteparolen versuchen die Ladeninhaber vom Langenhorner Markt ihre Kunden bei der Stange zu halten: "Halten Sie uns die Treue, wenn Sie auch in Zukunft bei uns kaufen woüen." Denn von Hamburgs ältestem Einkaufszentrum aus dem Jahr 1965 steht nur noch die nördhche Ladenzeüe. Die gegenüberhegende am Krohnstieg ist einer Baustelle gewichen, aus der nach vielen Querelen jetzt ein neues Einkaufszentrum wächst.

"Das wird vieüeicht sogar schöner als das Hanse- Viertel", schwärmt ein Sprecher der Robert Vogel KG, die rund 30 Mühonen Mark in das Facehfting investiert. Dafür entsteht an Stelle der abgerissenen 60er-Jahre-Zeüe ein langgestreckter Klinkerbau, in dessen Mitte zwei fünfgeschossige gläserne Zwillingstürme in den Himmel ragen. "Hanseatisches Flair" bringt das Glasdach, das sich zwischen neuer und alter Ladenzeüe 15 Meter breit spannt.

"Hier wird richtig reingehauen", freut sich Klaus Focke von der Interessengemeinschaft der Einzelhändler am Langenhorner Markt. Der Turm der Hamburger Sparkasse am westhchen Ende der neuen Geschäftsreihe ragt schon drei Stockwerke hoch über den Marktplatz. In zwei Monaten soü Richtfest sein, Einweihung im Frühjahr.

"Das", sagt Focke, "wurde auch Zeit." Mehr als 20 Jahre lang wurden die Konzepte für eine Modernisierung des Einkaufszentrums gewälzt. Aber erst ein Feuer, das 1992 vier Läden verwüstete, gab den entscheidenden Anstoß. Der Sprecher der Vogel KG bleibt aber skeptisch: "Wir glauben erst an einen Erfolg, wenn wir auch den endgültigen .Erschließungs- Vertragt zur Zufahrt mit der Stadt unterschrieben haben." Noch kurz vor Baubeginn drohte das Projekt zu scheitern, weü die Stadt immer neue Forderungen nachgelegt hatte.

Selbst nach Abriß der alten Ladenzeüe mußten die Architekten noch einmal umplanen und den Ost-Trakt des Neubaus um eine Etage kürzen. Der Öffenthchen Bücherhaüe, die hier einziehen sollte, waren kurzfristig die Mittel gestrichen worden.

Aber auch von den 3300 Quadratmeter Bürofläche in den Türmen und über den Läden im West-Trakt sind bislang nur 38 Prozent vermietet. Von den 49 Läden dagegen ist nur noch einer frei.

© Hamburger Abendblatt 2018 – Alle Rechte vorbehalten.