Radfahrer mahnten den Klimagipfel

ap Berlin - Zehntausende von Radlern haben am Sonntag anläßlich der UNO-Klimakonferenz in Berlin für den Schutz des Weltklimas demonstriert. Die Sternfahrt endete am Brandenburger Tor, wo sich eine große Menschenmenge traf. Umweltschützer appellierten noch einmal an die Konferenz, endlich zu Ergebnissen zu kommen, anstatt um die Geschäftsordnung zu streiten. Für den Fahrradkorso wurden auch Teile der Stadtautobahn - der früheren Rennstrecke Avus - gesperrt.

Derweil kamen die Delegierten der Klimakonferenz bei ihren außerplanmäßigen Beratungen ein kleines Stück voran: Mehrere Entwicklungsländer, darunter auch China, legten einen ersten konkreten Entwurf für ein "Berlin-Mandat" zur Verringerung des Klimagifts Kohlendioxid vor. Der Mandatsentwurf der in der "Gruppe 77" vereinten Entwicklungsländer wurde in deutschen Delegationskreisen als Lösungsansatz bezeichnet.

Als Basis eines Klimaprotokolls soll der Vorschlag der kleinen Inselstaaten (Aosis) dienen: Sie fordern einen Kohlendioxidabbau bis 2005 um 20 Prozent auf der Grundlage der Werte von 1990. Bundesumweltministerin Angela Merkel sagte im ZDF, in bezug auf ein Mandat zeichneten sich Fortschritte ab; wenn in diesem wichtigen Punkt Einigkeit erzielt werde, seien auch Kompromisse in anderen Streitfragen möglich. Der Streit über den Abstimmungsmodus wurde in Berlin jedoch immer noch nicht beigelegt.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: 1995