Hochallee: 80 Prozent der Radler finden sie besser als richtige Radwege

Lob für die Streifen

Die überwiegende Zahl der Radfahrer ist mit den seit 14. April 1994 bestehenden Radfahrstreifen auf der Hochallee zufrieden. Das geht aus einem von der Baubehörde in Auftrag gegebenen Gutachten des Geesthachter Ingenieur-Büros Oeding hervor.

867 Radler wurden befragt, fast 80 Prozent von ihnen hielten die aufgemalten Radfahrstreifen auf dem 1,1 Kilometer langen Abschnitt zwischen Eppendorfer Baum und Hallerstraße für besser als "richtige" Radwege, zwölf

Prozent fanden die Streifen ebensogut.

Nicht so gut urteilten vor allem ältere Menschen und Eltern von radfahrenden Kindern. Sie bevorzugen nach wie vor das Radfahren auf Gehwegen, so die Gutachter, die "deutliche Anzeichen" dafür gefunden haben, daß der Radverkehr in der Hochallee nach Einführung der Streifen zugenommen hat. Immerhin hat ein Drittel der befragten Radler erklärt, sie hätten früher andere Straßen benutzt. Zur Zeit benutzen wochentags 1700 Radler den Nord- und 2000 den Südteil der Hochallee.

Der Autoverkehr hat seit Bestehen der Radstreifen etwas abgenommen: Benutzten vorher täglich 18 000 Fahrzeuge die Hochallee, so sind es zur Zeit etwa 15 000. Das hat sicherlich etwas mit dem geringeren "Platzangebot" für Autos zu tun und durfte auch dazu geführt haben, daß auf Parallelstraßen wie Rothenbaumchaussee und Parkallee ausgewichen wird.

Zusammenfassend erklären die Gutachter, daß sowohl aus der Sicht der Nutzer als auch objektiv die positiven Aspekte der Radstreifen überwiegen. Sie sollten deshalb nicht wieder beseitigt werden. Bei 2000 Radfahrern pro Tag sei die Streifen "zweifelsfrei gerechtfertigt".

Die Frage, ob die Hochallee jetzt unfallträchtiger ist, beantworten die Gutachter nicht. Grund: Die Zeitspanne seit Mitte April 1994 sei für eine definitive Aussage zu kurz. scho

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