Streit um Entschädigung von Ex-Zwangsarbeitern

Prominente fordern: HEW sollen zahlen

Prominente Hamburger haben die Hamburgischen Electricitäts-Werke (HEW) aufgefordert, früheren polnischen Zwangsarbeitern eine Entschädigung zu zahlen.

Wie berichtet, hatten sich Anfang Mai neun überlebende ehemalige polnische Widerstandskämpfer an die HEW gewandt und eine Entschädigung für ihre "erschöpfende Arbeit" am Kraftwerk Alt-Garge vor 50 Jahren gefordert.

Die HEW hatten eine "wohlwollende" Prüfung zugesagt und angekündigt, eine Zahlung an die deutsch-polnische Stiftung zu leisten, falls die neun Polen von anderer Seite noch keine Entschädigung erhalten hätten. Auf der HEW-Hauptversammlung am 18. Juni beantragte eine Gruppe von Aktionären, den Bonus zum 100. Firmenjubiläum in Höhe von zwei Prozent der Dividende nicht auszuschütten, sondern damit einen Entschädigungsfonds zu gründen.

In einem Brief der Schriftsteller Ralph Giordano, Siegfried Lenz und Peggy Parnass, des Liedermachers Hans Scheibner und der Professoren Norman Paech, Dorothee Solle und Fulbert Steffensky an die HEW

heißt es, man sei angesichts eines vorliegenden Dokuments dar- über verwundert, daß die HEW eine direkte Beteiligung bei Arbeitseinsatz von KZ-Häftlingen in Alt-Garge bestreiten. Unabhängig von der Zahlung an die Stiftung sei deshalb eine Entschädigungszahlung an die Überlebenden aus Alt-Garge zu leisten.

Angemessen sei außerdem, nicht nur für die neun Überlebenden eine Entschädigung zu leisten. Die HEW sollten in Verbindung mit kundigen Einrichtungen wie der KZ-Gedenkstätte Neuengamme prüfen, wie viele ehemalige Häftlinge aus der KZ- Außenstelle Alt-Garge heute noch leben und diese ebenfalls mit einer Zahlung für ihr Leid beim Bau des Kraftwerks Osthannover entschädigen.

Da die heute noch lebenden Opfer des Nazi-Terrors meist schon ein hohes Alter erreicht haben, sei ein möglichst unbürokratisches und vor allem auch schnelles Verfahren für eine Entschädigung geboten.

Bei den HEW hieß es, man habe bereits Kontakt mit der deutsch-polnischen Stiftung aufgenommen. Es seien aber noch Fragen offen. scho