Kuhbier optimistisch für den 16. Oktober

"Wir wollen den Wechsel"

Die mehr als 19 000 Hamburger SPD-Mitglieder bekommen Post von ihrer Partei. Ihnen wird in den nächsten zwei Wochen ein Info-Paket zugestellt. "Jedes Mitglied wird in die Lage versetzt, sein eigener Wahlkampf-Manager zu sein", begründete der Landesvorsitzende Jörg Kuhbier die Aktion.

Betont optimistisch umriß der Parteichef gestern das Ziel der SPD für die Bundestagswahl am 16. Oktober. Diesmal setze seine Partei "auf Sieg und nicht auf Platz", sagte Kuhbier. In Hamburg wolle seine Partei alle sieben Wahlkreise gewinnen und zusätzlich ein achtes Listenmandat. Auf diesem Platz steht Angela Grosse, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen. Derzeit schickt die Hamburger SPD sechs Abgeordnete nach Bonn.

Die Sozialdemokraten würden den Rückstand in den nächsten Wochen aufholen, meinte Kuhbier. Dazu wolle die Hamburger SPD mit einem fröhlichen und lockeren Wahlkampf (Kosten: 650 000 Mark) beitragen. Am 9. September präsentiert sie ihren Kanzler-Kandidaten Rudolf Scharping in einem Zirkuszelt auf dem Heiligengeistfeld. Motto der Veranstaltung: "Mut zum Träumen, Kraft zum Kämpfen".

Unterstützt wurde Kuhbier gestern von dem Bonner Fraktions-Cchef und neuen "Verteidigungs- Schattenminister" Hans- Ulrich Klose. "Wir treten unverändert mit dem Ziel an, stärkste Partei im Bundestag zu werden", proklamierte der Hamburger Spitzenkandidat und Harburger Direktkandidat. ?Wir wollen den Wechsel in Deutschland.

Klose warf der CDU/- CSU eine konzeptionslose Innenpolitik vor. Unter der Regierung Kohl seien "die Hemmschwellen für Gewaltanwendung gesunken". Der SPD-Mann plädierte für eine angemessene Ausstattung der Polizei: "Man kann nicht Gangstern, die Porsche fahren, Polizisten auf Mopeds hinterherschicken." Zudem wandte er sich gegen schärfere Gesetze: "Wir treten ein für die Anwendung der bestehenden Strafgesetze."

Der Bonner Fraktions- Chef bekannte, Bürgermeister Henning Voscherau für Scharpings Schattenkabinett ins Gespräch gebracht zu haben. "Aber", gestand er zu, "der Spitzenkandidat muß freie Hand haben." Kuhbier sah die Situation positiv: "Hans-Ulrich Klose übernimmt die Verteidigung, und Henning Voscherau bleibt Bürgermeister." rup

© Hamburger Abendblatt 2018 – Alle Rechte vorbehalten.