Bonn will Iran Entschädigung zahlen

rtr/ap Nikosia/Bonn - Iran hat dem Westen vorgeworfen, die Überfälle der oppositionellen Volksmudschaheddin auf iranische Botschaften im Ausland unterstützt zu haben. Radio Teheran sprach von einer "kalkulierten Verschwörung".

Im iranischen Außenministerium wurden scharf formulierte Protestnoten an die Botschafter der Staaten übergeben, in denen iranische Vertretungen angegriffen worden waren. Iran habe darin den unzureichenden Schutz der Botschaften kritisiert und Entschädigungen verlangt.

Die Bundesregierung in Bonn bedauerte die Übergriffe und versprach, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes verurteilte die Übergriffe und erklärte, es seien Gespräche im Gange, die an der iranischen Botschaft in Bonn verursachten Schäden "auf dem Kulanzweg zu regeln". Auf jeden Fall habe man Teheran zugesichert, daß die Vorgänge aufgeklärt würden. Wie Radio Teheran berichtete,

rief Bundesaußenminister Hans- Dietrich Genscher Irans Botschafter an, um sein "tiefes Bedauern" auszudrücken.

Mit den Aktionen wollten Exil- Iraner gegen den Angriff iranischer Kampfflugzeuge auf ein Volksmudschaheddin-Lager in Irak protestieren. Das Bombardement hat zudem die Beziehungen zwischen Bagdad und Teheran wieder stark belastet.

Die Volksmudschaheddin hatten diplomatische Vertretungen in Bonn, Bern, Canberra, Den Haag, Kopenhagen, London, New York, Ottawa, Paris, Oslo und Stockholm angegriffen.

Es war ihre bisher größte Aktion gegen iranische Einrichtungen im Ausland. Zahlreiche Besetzer wurden festgenommen. Es gab Verletzte und erheblichen Sachschaden. Nach Angaben der Polizei in Bonn wurden dort mindestens fünf Personen, darunter zwei Polizeibeamte, verletzt. 30 bis 40 Exil-Iraner hätten sämtliche Stockwerke des Botschaftsgebäudes besetzt und "alles kurz und klein geschlagen".

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