In Westerland fehlt eine Million Mark in der Kasse

Sylt will die Kurtaxe erhöhen

ddp Westerland - Deutschlands feine Urlaubsadresse, Westerland auf Sylt, soll noch teurer werden. Die Kassen sind leer. Für den neuen Haushalt fehlt sogar eine Million Mark. So müssen bröckelnde Bauten dringend renoviert werden. Außerdem soll endlich ein Schwimmbad her. Was wäre da einfacher, als Kurtaxe und Fremdenverkehrsabgabe zu erhöhen?

Schon gestiegen sind die Preise für Parkplätze und die Miete für Strandkörbe. Kritiker warnen deshalb: Die Ferien auf Deutschlands beliebtester Urlaubsinsel werden zu teuer!

Der Haushaltsentwurf von Kurdirektor Johannes Schmidt ist eher eine Wunschliste. Statt maximal 15 Millionen soll ein neues Schwimmbad jetzt schon 24,5 Millionen Mark kosten. Schmidts Vorschlag: Die Kurtaxe muß von 5,30 Mark auf

5,50 Mark pro Tag in der Hauptsaison angehoben werden. Tiefer in die Tasche ihrer Gäste greifen bundesweit nur wenige Gemeinden. Spitzenreiter: Bad Mergentheim mit 5,80 Mark. Gleich um 20 Prozent anheben will Schmidt die Fremdenverkehrsabgabe, die Vermieter pro Urlaubsbett an die Gemeinde abführen. Diese Kosten trägt üblicherweise auch der Gast.

Kritik an den Preiserhöhungen kommt aus den eigenen Reihen. Peter Douven, ebenfalls Kurdirektor in Westerland, macht sich Sorgen um die Zukunft des Urlaubsortes. "Die in diesem Jahr nochmals angestiegenen Urlauberzahlen werden sich im kommenden Jahr nicht wiederholen", warnt er. Die Polltiker der Stadt wollen zunächst in sich gehen. Die Entscheidung über höhere Abgaben wurde auf 1992 vertagt.