Bei Blockaden auf die Bahn umsteigen!

Bevor heute die Blockaden auf Hamburgs Straßen beginnen, appelherte die neue Senatorin für Stadtentwicklung, Traute MüUer (SPD), an die Hamburger, einen "konkreten Beitrag zur Verringerung des Autoverkehrs zu leisten" und auf Bahnen und Busse umzusteigen. Sie zeigte Verständnis für die Aktionen der Anwohner- und Elterninitiativen, betonte aber, sie wolle Verkehrsberuhigung in ein polltisches Konzept einbetten: .Verkehrsberuhigung beginnt in den Köpfen der Menschen."

Vor einer "Verkehrspolltik von der Straße" warnt Günter Dorigoni, Handelskammer-Geschäftsführer für Verkehrsfragen. Die Polltiker müßten sich endlich äußern zur künftigen Struktur des Verkehrs. 60 Millionen Tonnen Güter werden jährlich über Hamburger Straßen transportiert das entspricht einer Lastwagen-Kolonne, die mehr als einmal um den Globus führen würde. Straßenblockaden und hastige Verkehrsberuhigung seien, so Dorigoni, "ein Störfaktor bei der Realisierung eines Gesamtverkehrskonzeptes".

Die Umweltakademie Hamburg sagte gestern, daß sie Hinweise habe, daß die Pohzei die Demonstrationen schon nach fünfzehn Minuten auflösen wolle. Sie drängt darauf, daß die Bürger angemessen ihr Demonstrationsrecht wahrnehmen können. Sprecher Uwe Thesling: "Fünfzehn Minuten sind doch ein Witz angesichts des täglichen Dauerstaus zum Leid der Anwohner. Kinder müssen oftmals eine Viertelstunde auf ihren Wegen zur Schule an Ampeln warten." Wenn die Polizei die Demonstrationen nach einer Viertelstunde beende, sei das "eine Mißachtung des Grundrechts". Wichtig, so Thesüng, sei, daß den Bürgern und Autofahrern klar werde: "Wir demonstrieren nicht, um Autos zu blockieren, sondern für eine andere Verkehrspolltik." Deshalb hoffe er auf Verständnis. rüg

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