Pläne am Runden Tisch für die Stresemannstraße

Grüne Welle gegen die Todesgefahr

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Die Ampeln an der Stresemannstra- ße könnten schon in vier Wochen so geschaltet sein, daß die Autofahrer ei einer Geschwindigkeit von 30 bis 40 Stundenkilometern "Grüne Welle" haben. Das ist eines der Ergebnisse des "Runden Tisches" zum Thema Stresemannstraße, an den sich gestern Anwohner und Vertreter mehrerer Behörden, des Bezirksamtes Altona und der Handelskammer nach dem Tod der neunjährigen Nicola gesetzt hatten. , ,. _ .....

"Die Innen- und die Baubehörde werden in den nächsten Tagen die technischen Möglichkeiten für eme solche Lösung testen", sagte Stedtentwicklungs-Senatorin Traute Muller. Für eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer, wie es die Anwohner fordern, habe es keine Übereinstimmung gegeben. Zu einer weiteren Forderung der Anwohner, die Stresemannstraße von vier auf zwei Spuren zurückzubauen, habe sie kerne Zusage machen können.

Weitere Pläne: längere Grünphasen für Fußgänger, eine zusätzliche Ampel für die Autofahrer auf den Mittelinseln, und ein Parkverbot an einigen Stellen entlang der Stresemannstraße, um die Sicht zu verbessern. Außerdem wurde überlegt, ob der Lastwagenverkehr vermehrt über die Kieler Straße und das Horster Dreieck geleitet werden könnte. . ...

Bei dem Treffen sei mehrmals die sehr unterschiedliche Sichtweise der Beteiligten deutlich geworden. ?Der Wert des Treffens lag in erster Linie

darin, sich überhaupt zu einem so schwierigen Thema zusammenzusetzen", sagte Traute Müller.

Die Demonstranten, die von 16 Uhr an auch am Freitag wieder die Stresemannstraße voll blockierten, hatten sich viel vom "Runden Tisch" erhofft. Die Stresemannstraße solle schon für Autos offen bleiben, sagte Ralf Raben (44), der selbst Auto fährt. "Aber Tempo 30 und eine ständige Radarüberwachung wären sinnvoll. Ich fahre mit dem Fahrrad in die Praxis und fühle mich auf Straßen mit Tempo 30 viel sicherer", sagte der Arzt. Außerdem fließe der Verkehr dann besser.

Verbote brächten nichts, auch härtere Strafen für Rotlichtsünder, vermutet der Vater von fünf Kindern. Vieles sei politisch machbar. "Die Frage ist nur, wieviel einem die Unversehrtheit der Menschen wert ist."

Autofahrer, deren Durchfahrt durch die Demonstration versperrt wurde, reagierten gereizt. Die Polizisten, die den Verkehr regelten, mußten sich Beschimpfungen gefallen lassen.

Für die Überwachung der Ampeln hat Hamburg zwei Kameras, die bei Rotlichtsündern automatisch auslösen. Die meisten Hamburger wüßten längst, wo die Kameras installiert seien, sagte Polizeisprecher Volker Sontag. "An diesen Ampeln passen die Leute auf, an der nächsten Ampel ist die Vorsicht schon wieder vergessen." Fast nur noch Ortsfremde würden geblitzt. Die Radarkontrollen an der Stresemannstraße werden auch in den nächsten Tagen fortgesetzt. wi

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