15-Millionen-Mark-Computer un Klima-Rechenzentrum

Hamburgs neues Superhirn

| Lesedauer: 2 Minuten
H. SÄg

Er liest fünf "Bips", das sind fünf Bibeln pro Sekunde, der neue CRAY Y-MP im Deutschen Klimarechenzentrum (DKRZ). Für Bundesforschungsminister Dr. Heinz Riesenhuber war die Inbetriebnahme dieses zweiten Höchstleistungsrechners gestern der Anlaß, die Hamburger Wissenschaft zu loben und die Hamburger Wirtschaft aufzurütteln.

Es mache ihm "Sorge", daß die Unternehmen die Projektmittel für die Forschungsförderung der Wirtschaft so wenig in Anspruch nehmen. "Das hängt von der Zahl und der Qualität der Anträge ab." Der künftige Senat müsse eine bessere Strategie als der bisherige entwikkeln, um das Interesse der Wirtschaft anzukurbeln.

Dr. Riesenhuber hofft, daß die Hansestadt auch die Wissenschaft in ihrem Bereich "weiter unterstützt, vielleicht sogar mit wachsenden Beträgen". Sein Tip, das zu bewerkstelligen: "Es gibt Bundesländer, die erhebliche Mittel aus dem Strukturhilfe-Fonds in die Wissenschaft stecken!"

Eitel Sonnenschein herrscht für den Bonner Minister im DKRZ, das die Millionen-Investitionen gerade wieder mit einer aufschlußreichen Modellrechnung über die Auswirkungen der Ölbrände am Golf gerechtfertigt hat. Das besondere Verdienst der Wissenschaftler- Gruppen am Max-Planck-Institut für Meteorologie und am Meteorologischen Institut der Universität Hamburg liege vor allem in der Entwicklung der Klima- Vorhersagemodelle.

Seit Beginn des Klima-Forschungsprogrammes 1982 hat das Bundesministerium für Forschung und Technologie Projekte in der Gesamthöhe von 295 Mülionen gefördert, davon 112 Millionen Mark für Hamburg. Das DKRZ soll europäischer Kristallisationspunkt der Klimaforschung werden. Es soll den Politikern wissenschaftliche Unterstützung für Grundsatzentscheidungen geben, um gefährliche Entwicklungen des Weltklimas zu verhindern. Das DKRZ wird auch das Potential der neuen Bundesländer mit einbeziehen. In Potsdam habe man gerade die älteste Klimadatenreihe von 1891 gefunden. Sie wird jetzt in Hamburg eingespeichert.

Der neue Rechner verdoppelt die Kapazität im Klima-Rechenzentrum. CRAY Y-MP liest pro Sekunde 22,5 Millionen Satzzeichen, die schon erwähnten fünf "Bips". In der gleichen Zeit vollzieht er 1,3 Milliarden Rechenschritte. Damit ist der Rechner ähnlich leistungsstark wie CRAY-2. Dieser 25 Millionen Mark teure Supercomputer steht seit November 1988 im 15. Stock des Geomatikums, dem Klimarechenzentrum. Um die Daten von Atmosphäre, Ozean, Kryosphäre (Eis) und Biosphäre koppeln und Modelle mit grö- ßerer räumlicher Auflösung entwickeln zu können, reicht es immer noch nicht. In fünf Monaten wird das dritte Superhirn geliefert: CONVEX 360. Der neue Computer Cray Y-MP hat einen Wert von 15 Millionen Mark, ist aber kleiner und leichter als CRAY 2. Der mußte noch mit dem Kran in den 15. Stock gehievt werden. Die beiden neuen passen in den Aufzu r

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: 1991