Handelskammer ist gegen autofreie City

Die Handelskammer Hamburg ist gegen eine autofreie Innenstadt. Der Handel in der City kann auf Autokunden nicht verzichten. Das ist das Ergebnis einer Studie über die "Auswirkungen der Verkehrsberuhigung in der Hamburger City".

Klar sei jedoch, daß der Verkehr "wesentlich" verringert werden müsse, so Gerhard Rebentisch von der Handelskammer. Das könne jedoch nicht durch Fußgängerzonen im Stil der 60er und 70er Jahre erreicht werden. Viele davon seien zum "Symbol der Innenstadtverödung mit identitätsloser Langeweile" geworden. Als reine Fußgängerzonen böten sich nur schmale, kurze Stra- ßen wie die Gerhofstraße an.

Die Kammer empfiehlt, in Hamburg eine Verkehrsberuhigung einzuführen, die modellhaft für die Bundesrepublik sein könnte. "Zum Beispiel kann der Verkehr durch elektronisch gesteuerte Zeichen zeitlich geregelt werden: Vormittags Lieferungen, nachmittags haben Fußgänger Vorrang, und abends wäre freie Fahrt für Autos", sagte Rebentisch.

Auch das Parkleitsystem müsse elektronisch gesteuert werden, wie zum Beispiel in Köln. Busse und Bahnen müßten sauberer und sicherer werden, und es solle strenger kontrolliert werden, wer zu lange an Parkuhren stehe. Die Kammer sei nicht grundsätzlich gegen Fußgängerzonen, aber sie müßten sinnvoll angelegt sein. Rebentisch: "Wir dürfen nicht so starr denken, wie Blechschilder es sind."

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