Verlängerung der Linie U 2 eröffnet - In 25 Minuten zum Hauptbahnhof

Freie Fahrt nach Niendorf

Freie Fahrt auf der ganzen Linie: Die U 2 fährt seit dem Wochenende drei Stationen über Niendorf-Markt hinaus. Sie liegen entlang der Paul- Sorge-Straße und heißen Joachim- Mähl-Straße, Schippeisweg und Niendorf-Nord. Dort endet die U- Bahnstrecke. Hier feierten Tausende Hamburger ein buntes Eröffnungsfest mit Museumsbussen aus den 50er Jahren, Budenstadt, Karussells und Musik.

Den Startpfiff hatte Bürgermeister Henning Voscherau am Sonnabend morgen im U-Bahnhof Niendorf- Markt gegeben - zunächst aber nur für geladene Gäste. Dazu gehörten Wirtschaftssenator Wilhelm Rahlfs und Bausenator Eugen Wagner. Eingestimmt vom Blasorchester der Hamburger Hochbahn AG (HHA) ging es in zwei parallel fahrenden Sonderzügen auf die Neubaustrecke, die 200 Millionen Mark gekostet hat.

Damit die Züge möglichst leise fahren, liegen die Schienen auf Gummi- Elatten. Die Bau- und "Buddelzeit" etrug acht Jahre.

Laut Fahrplan in vier Minuten zu schaffen, dauerte die Eröffnungsfahrt eine Stunde: 2,4 neue U-Bahn- Kilometer samt Landschaftsgemälden an den Haltestellen waren zu bewundern. An der neuen Endstation angekommen, dankte Eugen Wagner in seiner Rede den Niendorf ern: "Sie mußten jahrelang viel Verständnis für den Baubetrieb aufbringen", sagte der Bausenator am Bahnsteig vor den Ehrengästen.

Die Gelegenheit, vor den Besuchern zu sprechen, ergriff Bürgermeister Voscherau auf dem Bahnhofs- Vorplatz: "In 25 Minuten zum Hauptbahnhof, das ist doch ein Wort. Nutzen Sie die Möglichkeit, pünktlich in die Innenstadt zu fahren, ohne streßgeplagt zu sein!" Er kündigte an, demnächst den Flughafen an das Schnellbahn-Netz anzubinden sowie weitere "P+R"-Plätze am Stadtrand einzurichten.

Unter den Niendorfern ist die Freudeüberdie U-Bahn groß: "Wirbenötifen jetzt ein Auto weniger als bisher, lit der Bahn fährt man viel bequemer als bisher in die Stadt", sagte Familienvater Ronald Weltzien (40).

Als alle Neugierigen kostenlos probefahren durften, hielten sich jene noch zurück, an die beim Neubau mehr denn je gedacht worden war: Sehbehinderte und Rollstuhlfahrer. Leitstreifen in den Fußböden bieten Blinden eine Tasthilfe. Und ein Aufzug vom Bahnsteig auf die Straße, wie im Bahnhof Niendorf-Nord, ist ein Anfang: "Die wenigsten U-Bahnhöfe haben einen Fahrstuhl, und der ist oft defekt", klagte Rollstuhlfahrerin Sabine Schmuser (24) aus Niendorf. Es sei nötig, alle Bahnsteige in Hamburg zu erhöhen.