Übersetzer ausgezeichnet

Sie werden verkannt als "anonyme Autoren" und "Künstler zweiter Hand", ihr Verdienst wird meist gröblich unterschätzt: die literarischen Übersetzer.

Die Hamburger Kulturbehörde hat deshalb erstmals einen Förderpreis ausgeschrieben. Die mit 10 000 Mark dotierte Auszeichnung teilen sich Mirko Bonne für sein Projekt, sämtliche Oden und Sonette des englischen Lyrikers John Keats neu zu übersetzen, Hinrich Schmidt-Henkel für die Übersetzung des Romans "A l'ami qui ne m'a pas sauve la vie" von Herve Guibert und Karin von Schweder-Schreiner für die Übertragung des Romans "A Costa dos Murmurios" der portugiesischen Autorin Lidia Jorge.

Beim Förderpreis für Literatur setzte die Jury fast ausnahmslos auf den Nachwuchs. Gelobt wurde der "neue Ton", mehr das Spiel mit neuen Formen als das Wiederholen des Hergebrachten, wie Jury-Sprecher Martin Hielscher im Literaturhaus erläuterte: Eigenwilligkeit ging vor Konvention.

Förderpreise erhalten Michael Batz (29), Dorothea Dieckmann (32), Katrin J. Engel (28), Tobias Gohlis (40), Kaveh Nassirin (25), Lou A. Probsthayn (30), Joachim Schulz (28) und Charly Wüllner (5 1). An ihren Arbeiten rühmten die Juroren sprachliche Vielstimmigkeit (Gohlis), neue Bilder und Formulierungen (Schulz) oder Ökonomie, Knappheit und Konzentration (Nassirin), rügten zugleich jedoch mangelnde sprachliche Präzision (Wüllner) oder verzichtbare Spracheskapaden (Engel). gos