Die Nationalelf unterstützt die Kampagne

Kampf gegen Drogen

11.17 Uhr, die Rasenhalme der Parkanlage und die Kieselsteine der Auffahrt werden hochgewirbelt. Langsam schwebt der geräumige Bundesgrenzschutz-Helikopter mit der Aufschrift BGEH gen Boden.

Der Pilot springt aus der Kabine, sprintet zur Tür und öffnet diese: Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble (CDU), der parlamentarische Staatssekretär Anton Pfeifer und drei unübersehbare Sicherheitsleute eilen gebückt und mit zerzaustem Haar in das barock verzierte Rondeel im Lustschloß Herzog Karl Eugens zu Ludwigsburg.

Dort treffen die beiden Politiker auf drei Herren aus dem Fußball- Metier: DFB-Chef Hermann Neuberger (hellbrauner Blazer), Teamchef Franz Beckenbauer und der ehemalige Nationalmannschaftskapitän Karl-Heinz Rummenigge.

Ein Plakat macht den Sinn der großen Koalition deutlich: "Keine Macht den Drogen." Unter diesem Slogan werden die deutschen Fußball-Nationalspieler von sofort an unentgeltlich gegen den Drogenmißbrauch und die immer stärker werdende Drogenkriminalität kämpfen.

"975 Drogentote hat es 1989 gegeben", sagt Schäuble und gibt die Einrichtung eines "nationalen Rauschgiftbekämpfungsplanes" bekannt. Schirmherr der "Keine Macht den Drogen"-Kampagne ist Bundeskanzler Helmut Kohl - am 25. Mai wird er im Traingslager Kaiserau mit den Kickern mit dem Bundesadler auf der Brust zusammentreffen. In Anzeigen, Werbespots und auch über Freizeitkleidung werden die Profis für die Aktion werben.

Auf die Anmerkung, der Sport solle besonders nach dem Dopingskandal bei der Eishockey -Weltmeisterschaft vorsichtig mit solchen Äußerungen sein, reagierte der Innenminister kämpferisch: "Die Nationalmannschaft ist das sportliche Aushängeschild der Nation."

Da bleibt nur zu hoffen, daß es während der Italien-WM nicht zu peinlichen Tabletten-Enthüllungen kommt. jm