Fast wie im richtigen Leben

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Ein bißchen Jagd- Instinkt ist schon nötig, doch die Aufklärungsarbeit steht im Vordergrund", sagte Rolf Zabel, Leiter der Hamburger Zollfahndung, über seine Arbeit. Er kam mit seinen Kollegen Zolloberinspektor Günther Losse und Karlheinz Schmidt, dem Leiter der Öffentlichkeitsarbeit, zum Abendblatt- Rendezvous ins Atlantic Hotel. Wie sehen die Fachleute ihren Fernsehkollegen Uwe Friedrichsen alias Zollfahnder Zaluskowski, der jetzt wieder in der ARD- Serie "Schwarz Rot Gold" zu sehen ist?

"Zaluskowski ist ein Fernsehkollege, mit dem der Zoll gut leben kann. Im Gegegensatz zu .Kressin' vor einigen Jahren. Der war uns zu unseriös." Uwe Friedrichsen ist einer, den seine "Kollegen" freundschaftlich mit

"Hallo Uwe, wie geht's", begrüßen, wenn sie ihm bei den Dreharbeiten über die Schulter gukken oder ihn im Freihafen treffen - man kennt sich. Schließlich liefen die Vorbereitungen zur Sendereihe schon 1979 an. Seit dieser Zeit ist der gebürtige Hamburger Rolf Zabel dabei. Er lobt die gute Recherche von Autor Dieter Meichsner, der in ständigem Kontakt zur Zollfahndung steht.

"Der Meichsner ruft sogar an, wenn er gerade beim Arzt ist und ihm etwas einfällt", sagte Fahndungs-Chef Zabel begeistert. Die gezeigten Fälle sind ein Mix aus mehreren Verfahren. Zabel liest den Entwurf und gibt Anregungen. Am Fahndungs-Alltag darf Dieter Meichsner allerdings nicht teilnehmen, das läßt das Steuergeheimnis nicht zu. Gedreht werden die Folfen im Zollamt Kornausbrücke, das seit Mitte vergangenen Jahres zum Zoll-Museum ausgebaut wird.

Der Name Zaluskowski ist eine Mischung aus den Nachnamen Zabel, Luckwald und Salewski, die ebenfalls zum Zoll gehören oder gehörten. Den Rendezvous-Gästen gefällt besonders, daß "Schwarz Rot Gold" ohne Gewalt auskommt, aber dennoch spannend ist. Da sind sie sich mit Uwe Friedrichsen einig. Er konnte nicht ins Atlantic kommen, weil er noch bis zum 10. April mit der Moliere-Komödie "Die gelehrten Frauen" auf Tournee ist. Am Telefon sagte er: "Es ist eine Sendereihe ohne Mätzchen. Die Spannung der einzelnen Folgen kommt von innen heraus." Er ist "besonders stolz" darauf, daß die Serie Einschaltquoten um 35 Prozent hat.

Friedrichsen betont, daß mit Wirtschaftsver-

brechen das ganze Volk geprellt wird. Die Sendereihe hat für ihn einen Aufklärungseffekt. In den Zollvorschriften kennt Friedrichsen sich jetzt aus. Mit der Figur des Zaluskqwski hat er aber keine Ähnlichkeit: "Der ist doch ein zutiefst bürgerlicher Mensch."

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