Film-Delikatessen am Mittwoch:

Fellinis "Amarcord"

Schweizer Vergangenheitsbewältigung: Der schwarze Tanner (3sat, 19.30 Uhr) ist ein halsstarriger Bergbauer, der sich 1941 mit allen Mitteln der unsinnigen Anordnung seiner Regierung widersetzt, Heuwiesen in Akkerland zu verwandeln. "Ein unaufdringliches politisches Lehrstück auf Recht und Pflicht des einzelnen zum politischen Widerstand und auf die Unbeugsamkeit der Menschenwürde", meint das Filmlexikon. Dietmar Schönherr und Otto Mächtlinger spielten 1986 unter der Regie von Xavier Koller.

Kino-Träume, Jugend- Träume, Liebes-Träume - das alles hat Italiens Film-Zauberer Federico Fellini 1973 in Amarcord (N3, 21.00 Uhr), den gefilmten Erinnerungen an seine Jugendzeit in Rimini, realisiert. Erläßt einen liebevoll gezeichneten Mikrokosmos von Verwandten, Bekannten und komischen Käuzen auftreten, verspottet bitter

die politische Situation im faschistischen Italien der 30er Jahre und findet immer wieder poetische Bilder für seine Märchenwelt. Ein Film ganz einfach zum Mit-Träumen.

Viel bitterer ist das Panorama, das Carlos Caura 1970 von der Bür- §ergesellschaft der sterenden Franco-Ara gezeichnet hat: Der Garten der Lüste (Eins Plus, 21.50 Uhr) wird von geldgierigen Verwandten nachgespielt für einen Unternehmer, der das Gedächtnis verloren hat. Doch, das Opfer ist in seinen Ängsten und Erinnerungen längst hellsichtiger geworden als seine Umgebung.

Der Tod der herrlichen Rehe (ZDF, 22.40 Uhr) markiert eine Tragödie im Leben eines jüdischen Handlungsreisenden im Zweiten Weltkrieg. Seine beiden ältesten Söhne sollen in ein KZ gehen. Um sie mit Proviant zu versorgen, will der Vater die Rene erschießen, die er so geliebt hat. hjf

© Hamburger Abendblatt 2018 – Alle Rechte vorbehalten.