Trauer um Konrad Hof f mann - Die Aussöhnung mit den Juden war sein Ziel

Wiedergutmachung als Ehrenpflicht

Ein verdienter Hamburger der ersten Nachkriegsstunde lebt nicht mehr. Konrad Hoffmann starb im Alter von 85 Jahren im Israelitischen Krankenhaus. Der frühere Wirtschaftsberater und Bankkaufmann hatte sich um die Betreuung der von Nationalsozialisten Verfolgten und um die Aussöhnung zwischen dem deutschen und dem jüdischen Volk verdient gemacht.

Konrad Hoffmann war von den Nazis selbst verfolgt worden, weil er sich nicht von seiner jüdischen Ehefrau Elsbeth trennen wollte. Unmittelbar nach dem Krieg gründete er die Notgemeinschaft der durch die Nürnberger Gesetze Betroffenen. Er gehörte auch 1946 der ersten Bürgerschaft an, die auf seine Initiative hin eine Resolution verabschiedete, in der die Wiedergutmachung als Ehrenpflicht des deutschen Volkes bezeichnet wurde. Der aktive Humanist und Demokrat zählte zu den Mitbegründern der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und der Deutsch-

Israelischen

Gesellschaft. Er gab auch Anstöße zur Errichtung der Gedenkstätte Neuengamme.

Bis ins hohe Alter trat Hoffmann dafür ein, das Vergangene nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Für sein Engagement wurde er zu Lebzeiten vielfach geehrt, unter anderem mit dem Großen Bundesverdienstkreuz und einem hohen französischen Verdienstorden. Die Trauerfeier ist am Freitag, 18. August, 9 Uhr, in Kapelle 13 auf dem Ohlsdorfer Friedhof, die Beisetzung anschließend auf dem Ehrenfeld der Geschwister-Scholl-Stiftung. rup

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