Jugend-Fußball

Angriff gegen den HSV

tu Hamburg - Mehrere Hamburger Fußballklubs proben den Aufstand gegen den Hamburger SV. Sie prangern die Abwerbungspraktiken der HSV-Jugendabteüung an.

Mit Geld, so das Argument, werden Jahr für Jahr die besten Jugendspieler zum HSV gelockt. Die Folgen: Die kleineren Vereine profitieren von ihrem persönlichen Engagement in der Nachwuchsarbeit nicht immer; der Idealismus nimmt in dem Maße ab, wie Talente abwandern. In den Altersklassen der C-, B- und A-Jugend (12 bis 18 Jahre) gebe es eme Wettbewerbsverzerrung, der HSV steüt die meisten der Hamburger Meister.

"Wir haben lange genug resigniert" , sagt Detlef Burmeister, Jugendtrainer beim TuS Alstertal, Jetzt müssen wir Alternativen finden, damit unser Sport nicht länger krankt." Der Plan: ? Der HSV soll aus den Sonder- und Leistungsklassen, den höchsten Ligen, in den jeweüigen Altersstufen in tiefere zwangsversetzt werden. ? Spieler, die ohne Einverständnis ihres Klubs wechseln, dürfen nicht mehr in den Jugendauswahlmannschaften eingesetzt werden.

Beim Jugendverbandstag am 25. April soll mit der Stimmenmehrheit eine Satzungsänderung beschlossen werden. Der neue Passus muß aber noch von den Mitgüedern beim ordenthchen Verbandstag des Hamburger Fußball-Verbandes genehmigt werden, erst dann ist er rechtskräftig.

"Ich halte die Absicht für absurd", sagt Verbandstrainer Ralf Schehr, "die Bemühungen um neue Spieler sind nicht unlauter, und der HSV beispielsweise hat nun einmal optimale Voraussetzungen. "

Dr. Horst Barrelet, Vorsitzender des Hamburger Fußbaü-Verbandes, reagierte gelassen: "Dieses Thema ist uralt. Die Jungs kommen ja gar nicht mehr nur zum HSV, sondern auch zum SC Concordia, Bramfelder SV oder zum FC St. Pauü."

HSV-Jugendleiter Jochen Meinke streitet den massiven Geldeinsatz ab: "Solange ich hier bin und noch sein werde: Ein Fahrgeldzuschuß ist die einzige Zuwendung. Ich verstehe diese Aufregung gar nicht; wenn Spieler zu uns wechselten, gab es mit den Vereinen überhaupt kernen Arger."