Neuer Computer für Klimaforscher kam per Kran

Hamburger Hochrechnung

Einen Lastenfahrstuhl hat das Geomatikum der Universität Hamburg an der Bundesstraße nicht. Also mußte ein Kran her, um das 25-Millionen-Mark teure Herzstück für das Deutsche Klima-Rechenzentrum in den 15. Stock des Gebäudes zu hieven. Klein, aber "oho" ist der neue CRAY-2 S Supercomputer. Er hat Bartheken-Format: 135 cm breit und 115 cm hoch, er ist 2475 Kilo schwer und gehört zur Spitzenklasse der heutigen Höchstleistungsrechner. Er löst den bisherigen Superrechner CYBER 205 der Firma Control Data ab, der den ständig steigenden Aufgaben der Klimaforschung nicht mehr gewachsen ist. Mit CRAY-2 S soll der Leistungsstand der Klimaforschung in Deutschland weiter ausgebaut werden. Schon Mitte November ist er betriebsbereit.

Das Deutsche Klima-Rechenzentrum wurde am 1. Januar dieses

Jahres als Nachfolger des gemeinsamen Rechenzentrums der Universität Hamburg und des Max- Planck-Instituts eingerichtet. Betreiber ist neben diesen beiden auch das Forschungszentrum Geesthacht (GKSS). Das Bundesministerium für Forschung und Technologie trägt etwas weniger als die Hälfte der Betriebskosten. Die Investitionskosten, darunter die 25 Millionen Mark Anschaffungskosten für den Rechner, übernimmt das BMFT auch.

Eine der wichtigsten Aufgaben des Rechenzentrums wird es sein, umfangreiche Simulationen auszuführen, mit deren Hilfe sich die menschliche Einwirkung auf das Klima berechnen läßt. Hierzu zählen in erster Linie die Emission von

CO, aus fossilen Brennstoffen und andere treibhauswirksame Gase, wie Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW), die in Spraydosen als Treibgas, in Kunststoffschäumen wie Baumaterialien und Verpakkungen enthalten sind, sowie Methan und Lachgas. Entscheidend ist die Einwirkung der Spurengase, vor allem der langlebigen FCKW, auf die obere Ozonschicht. Das wachsende Ozonloch in der Antarktis zeigt, daß die Zeit drängt. H. S.

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