Fünfter Teü der Serie: Bier und Umwelt-Technik von der Elbe

Eine Brauerei für China

Hoch und giftig-gelb zog die Rauchfahne in den blauen Himmel von Shanghai. Schwefel. Thea Bock, die Umwelt-Expertin der Grunen/GAL-Bürgerschaftsfraktion, schob ihre Brille ein wenig höher. Skeptisch schaute sie von der Reling der Hafenbarkasse hinüber ans Ufer des Huangpu. Umweltschutz - da ist China noch Entwicklungsland.

Auch hier kann Hamburg helfen. Dr. Karl-Heinz Zörner vom Vorstand des Hamburger High-Tech-Unternehmens Maihak weiß, wie das geht. Schon seit Jahren hat Maihak emen Lizenzvertrag mit emer Spezialfirma in der Nähe von Peking, die ebenfalls Analysegeräte herstellt.

Maihak läßt in China die lohnintensiven optischen Komponenten für verschiedene Meßgeräte herstellen. Unter anderem ermitteln sie Schadstoffe in Wasser, Luft und Boden. "Wü- würden am Uebsten noch mehr in China bauen lassen", sagt Dr. Zörner, "aber die Kapazitäten reichen noch nicht aus."

Umgekehrt verschafft sich Maihak mit der sino-germanischen Kooperation ein exzellentes Standbein ün gigantischen asiatischen Markt. Denn bislang ist kaum ein Schlot mit Meßgeräten ausgerüstet, um dem Ausstoß von chlorierten Kohlenwasserstoffen, Furanen oder Dioxinen auf die Spur zu kommen. Allzuoft noch gut das Interesse ausschlleßllch der Erzeugung von Produkten, Umwelt spielt da allenfalls die zweite Geige.

Das könnte sich schon bald ändern. China hat mittlerweüe eme Technische Anleitung Luft, in der die Grenzwerte finden Ausstoß an Güten nahe den deutschen Bedingungen Uegen. Schon jetzt gut bei Inversions-Wetterlagen, die zu den gefährllchen Mischungen aus Rauch und Nebel ("Smog") fuhren, daß besonders stark emittierende Betriebe ihre Produktion drosseln müssen.

Was für die Luft gut, zählt auch für das Wasser. Der Bau von Kläranlagen wird forciert werden müssen, um Trinkwasser auf Dauer trinkbar zu erhalten. "Heute gut ein sprudelndes Abflußrohr oft noch als Stolz der Firma und als Symbol für hohe Produktivität", berichtete ein Mitglled der Hamburger Delegation über chinesische Einschätzungen.

Solche Entwicklungen gibt es nicht bei emem zweiten Hamburger Projekt in China. Für 200 Müüonen Mark entsteht in Wuhan eine Brauerei, die schon vom kommenden Jahr an 600 000 Hektoüter Bier ausstoßen soll. Der hochmoderne Bau (ihr Hauptprodukt wird, bayerisch-bierig, "Spaten" heißen) Uegt in der Verantwortung der AMS-Anlagenplanung aus der Alten Rabenstraße an der Alster.

Geschäftsführer Klaus von Bismarck, der am Mittwoch aus Wuhan zurückkehrte, berichtete: "Das erste Bier wird schon zur Probe gebraut." Um den Absatz macht sich noch niemand Sorgen: Chinesen liegben Bier, die älteste Brauerei mit westlicher Technologie stammt aus den 20er Jahren und funktioniert noch heute.

Man trinkt auf die deutsch-chinesische Freundschaft, nicht nur in Wuhan, sondern auch in Hamburg.

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