Ein Tag beim HSV: Erich Ribbeck sprach mit Präsident Naumann, Schatzmeister Becker und Trainer Reimann

Auf ein Neues!

"Ich bin keineswegs entlassen worden"

ma Hamburg - "Ich werde meine Arbeit für den HSV weiter so erledigen, als wäre nichts geschehen", sagt Fellx Magath drei Tage nach semer Entmachtung und fügt hinzu: "Meine Tätigkeit wüd mü- jetzt, wo der Wechsel mit Erich Ribbeck bekannt wurde, wie immer in den letzten zwei Jahren erneut erschwert. Darüber bin ich natürüch nicht glückhch. Auch nicht, wie diese ganze Sache gelaufen ist, aber das ist jetzt nicht mehr zu ändern."

Was Magath ("Ich bin keineswegs entlassen worden") nach semer Trennung vom HSV machen wüd, ist ungewiß. "Dafür habe ich kernen Plan parat, denn die Trennung kommt für mich überraschend", sagt er. Jetzt beginnen seine Verhandlungen mit dem Präsidium. Aus seinem noch bis 1991 laufenden Vertrag stehen ihm noch 555 000 Mark zu.

M.H./rg Hamburg - Lufthansa-Flug LH 307 von Düsseldorf nach Hamburg hatte Rückenwind. Elf Minuten früher als geplant landete die Maschine gestern mittag um 12.44 Uhr in Fuhlsbüttel. Sie hatte den Mann an Bord, der beim HSV in Zukunft für frischen Wind sorgen soll: Erich Ribbeck, den Nachfolger von Manager Fellx Magath. "Wü freuen uns, daß sie nach Hamburg gekommen smd", begrüßten HSV-Präsident Ernst Naumann und Schatzmeister Horst Becker gutgelaunt den neuen sportlichen Leiter mit Handschlag am Flughafen.

Ribbeck, in emem karierten Sakko und dunkler Flanellhose sommerllch gekleidet, kam ohne Gepäck, aber mit klaren Vorstellungen zu seinem Tagesbesuch nach Hamburg. "Der HSV ist ein bestens geführter, renommierter Verein. Wenn man die Chance bekommt, hier zu arbeiten, sollte man auch zugreifen", sagte der scheidende Trainer des Europapokalsiegers Bayer Leverkusen. Er habe das konkrete Angebot vom HSV vor zehn Tagen erhalten und sich nach kurzer Bedenkzeit am vergangenen Donnerstag abend entschieden, nach Hamburg zu kommen. "Ich wollte niemanden verdrängen, aber nur wurde versichert, daß Fellx Magath m der nächsten Saison hier kein Manager mehr sein würde."

An Magaths Arbeit übte Ribbeck dennoch erste Kritik. "Wenn es stimmt, daß der HSV 1,2 MüUonen Mark für Moser an Kaiserslautern zahlt, halte ich diese Summe für zu hoch." Und zu Heinz Gründel, der sich nach dem Wülen von Magath und Reimann trotz eines bestehenden Zwei- Jahres- Vertrages einen neuen Verein suchen soll, sagte Ribbeck: "Über diese Problematik muß ich mich erst einmal mit dem Trainer unterhalten." Auch über die Zusammenarbeit mit Reimann hat sich der neue Manager seine Gedanken gemacht: "Ich werde versuchen, um zu entlasten, damit er sich auf die sportiichen Dinge konzentrieren kann. In seme Arbeit werde ich mich nicht einmischen."

Bei der gemeinsamen Kaffeetafel im Norderstedter Haus von Horst Becker mit Ribbeck, Naumann und Reimann wurden aüe Probleme "in lockerer Atmosphäre" (Becker) besprochen und sich abschließend auf die Modalitäten des noch zu unterschreibenden Zwei- Jahres-Vertrages geeinigt. "Ribbeck hat einen hervorragenden Eindruck hinterlassen", sagte Becker. Ribbeck wüd den Titel ? Sportchef' erhalten und mit den gleichen Kompetenzen wie Magath ausgestattet werden.

Der neue Manager wüd offiziell am 1. Jull seine Arbeit in der Geschäftsstelle an der Rothenbaumchaussee aufnehmen und soll sich um eine bessere Vermarktung kümmern. Die schlechte Zusammenarbeit mit Fellx Magath hatte gerade Hauptsponsor Sharp in den letzten Monaten immer wieder kritisiert.

Heute wül Ribbeck mit Fellx Magath telefonieren, eme erste sportliche Bestandsaufnahme machen und sich über die bestehenden Verträge mit den Spielern informieren. Am Donnerstag geht er mit Leverkusen auf eine 14tägige Japan-Tournee. Ribbeck wül jedoch schon nach emer Woche aus Fernost zurückkehren, "weü die Arbeit vor der Saison eigentüch in meinem neuen Aufgabengebiet die wichtigste ist".

Um 19.25 Uhr flog der Mann, der dem HSV zu emem neuen Image verhelfen und in die nationale Spitze zurückführen soll, wieder nach Düsseldorf. "Es war ein wichtiger Tag für unseren Verein, wü smd einen großen Schritt weitergekommen", lautete das Resümee von Gastgeber Horst Becker.

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