Was Hamburgs Wirtschaft von Voscherau erwartet

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Die Wirtschaft der Hansestadt erwartet vom neuen Hamburger Bürgermeister Henning Voscherau mehr Effizienz in der Verwaltung, rigoroses Sparen und eine Ausweitung der öffentllchen Investitionen: "Es zählen nicht Proklamationen, sondern Fakten."

Der Präses der Handelskammer, Peter Möhrle, sagte: "Ich hoffe, daß Henning Voscherau auch für die Hamburger Wirtschaft unter den gegebenen Umständen der richtige Mann am richtigen Platz sein wird. " Für Voscherau als Bürgermeister spreche, daß er die Hansestadt, die Hamburger SPD und die Bürgerschaft von der Pike auf kenne.

Möhrle forderte den neuen Regierungschef und den umgebüdeten Senat auf, den Belangen der Hamburger Wirtschaft aufgeschlossen gegenüberzustehen. "Wir erwarten, daß Bürgermeister Voscherau - wie angekündigt - besonders für Zentrallsmus und Straffung in der Verwaltung, für rigoroses Sparen beim Haushalt und für klare Rechtsstaatllchkeit in der Innenpo- ütik eintreten wird", sagte Möhrle.

Der Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Hamburg, Christian Wiegand, sagte, Voscherau habe erkannt, daß die entscheidende Frage für Hamburgs Wirtschaft die polltische Struktur sei. Das bedeute weniger Gremien und Verwaltung sowie mehr Effizienz. Voscherau habe mit der Besetzung des Finanzressorts durch Prof Krupp eine glückliche Hand gehabt, weü mit ihm ein Mann mit echter wirtschaftlicher Kompetenz gewonnen wurde.

Die Ära Voscherau habe vor allem zwei Aufgaben: Erstens müßten wieder entscheidungsfähige po- Utische Strukturen geschaffen werden, und zweitens müsse eine sollde Rückgewinnung der finanziellen Basis erfolgen, was aber nicht im Handumdrehen ginge. "Hier zählen nicht Proklamationen, sondern Fakten." Wiegand wünscht sich vor allem, daß auf der Seite der öffentllchen Investitionspolltik mehr getan wird als in den vergangenen acht Jahren.

Vorstandsprecher Volker Schmidtchen vom Arbeitgeberverband Groß- und Außenhandel erwartet nach dem Bürgermeister- Wechsel vor allem eine klare energiepolltische Konzeption, in die auch die Kernenergie einbezogen werden müsse, sowie eine wirtschaftsfreundllche Verkehrspoütik (Bau einer vierten Elbtunnelröhre, Stopp der überzogenen Verkehrsberuhigung). Um dem Problem der Arbeitslosigkeit zu begegnen, sollte die Stadt ein KUma schaffen, das zu Investitionen ermutige, wie zum Beispiel durch eine schnellere Erteilung von Baugenehmigungen durch die Behörden.

In einem Zehn-Punkte-Programm stellt der Industrieverband Hamburg (IVH) an den neuen Senat unter anderem die Forderung, Industrie- und Gewerbeflächen bereitzustellen. Die Verkehrs-Infrastruktur könne durch eine Anbindung des Flughafens an die Autobahn und des Baus der A 26 nach Stade / Cuxhaven verbessert werden, sagte IVH-Chef Jobst-Heinrich Floto. Er plädiert für eine gemeinsame Wirtschaftspolitik der norddeutschen Bundesländer sowie für eine Lösung der Entsorgungsprobleme (z. B. SondermüU). cp / kon

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