Zehn neue Tiere

1. Das behaarte Borneo-Nashorn galt seit Jahren als ausgestorben. Bis der Brite Redmond O'Hanlon 1984 zu den Ukit vordrang, einem Stamm im Grenzgebiet von Sarawak und Kalimantan. Sie versicherten ihm, ab und an Exemplare des Mini-Rhinos zu sehen - und leider auch zu erlegen . . .

2. Von der schwarzen Wanderdrossel gab es 1980 noch fünf Paare - sie war extrem vom Aussterben bedroht. Im Februar 1987 entdeckte der Ornithologe Don Merton auf den Chatham-Inseln (Neuseeland) 47 Exemplare.

3. Das Parma- Wallaby, ein putziges Zwerg-Känguruh, galt seit über dreißig Jahren als ausgerottet. Bis der englische Zoologe Dr. John Flux eine ganze Herde entdeckte: auf dem Eiland Kawau im Norden von Neuseeland.

4. Zum letzten Mal war der Sumatra-Hase 1919 fotografiert worden.

Heute nimmt man an, daß es höchstens noch 15 Exemplare gibt. Dr. Flux (der auch das Parma-Wallaby wiederfand) startet in Kürze eine Expedition, um den Hasen an jenen sechs Orten Sumatras zu suchen, wo Eingeborene ihn in jüngster Zeit gesichtet haben.

5. Die Britin Dr. Jane WUson entdeckte 1986 in den Krokodü-Grotten im Nordosten von Madagaskar einen noch namenlosen Höhlen-Grundel, eine weiße, blinde Fischart.

6. Das letzte bekannte Exemplar des Tasman-Tigers (oder -Wolfs) wurde 1933 auf Tasmanien gefangen und starb drei Jahre später im Zoo von Hobart. 1987 startete die austra- Usche Regierung eine Expedition, deren Leiter - Kevin Cameron klare Fotos von Tatzenspuren und, leider nur schemenhafte, Aufnahmen von flüchtenden, gestreiften Tieren mitbrachte: mit ziemlicher Sicherheit Tasman-Tiger. 7. Der Trauermantel kehrte heim- Uch zurück: Jahrelang wurde er nicht mehr gesichtet, 1986 entdeckte der deutsche Schmetterlingsforscher Fritz Taschner ein Exemplar in der Nähe von München.

8. Es war auch der Münchner Fritz Taschner, der ün Gebiet des Flusses Sepik auf Neuguinea einen Nachtfal- . ter der Gattung Seidenspinner fand.

9. Auf derselben Expedition, auf der Dr. Jane WUson den madagassischen Höhlen-Grundel entdeckte, gelang es ihr 1986 erstmals, eine äußerst seltene Lemuren-Art, Lemur coronatus, in freier WUdbahn zu studieren und auf die Spuren bisher unbekannter Arten zu stoßen. Letzte Beweise muß allerdings erst eme weitere Expedition erbringen.

10. Der australlsche Berufstaucher Bob Halstead nannte seinen 1985 in der Bootless-Bucht vor Port Moresby gefangenen Fisch: Merlets Drachenkopf. © ESQUIRE

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