Zwanzig Jahre Hamburger "Trampko"

j.d. Hamburg - Zwölf deutsche Reeder feierten Geburtstag: Bei Fisser & van Doornum in der Feldbrunnenstraße trafen sie sich gestern zum zwanzigjährigen Bestehen der "Trampko", der Hamburger Trampreeder- Kooperation. Insgesamt 250 Frachter werden von den Mitglleds-Reedereien befrachtet.

Die "Trampko" beweist, daß auch konkurrierende Unternehmen viele Gemeinsamkeiten zum Nutzen des Einzelnen pflegen können - im Rahmen von Nachbarschaftshilfe oder auch Neubau- und Befrachtungspools.

In verschiedenen Arbeitskreisen tauschen die Reeder, ihre Inspektoren oder Befrachter Erfahrungen aus, legen ihre jährlichen Betriebskostenvergleiche offen oder beraten Personal-, Einkaufs- und Charterfragen. Und der gemeinsame Einkauf von Bunkeröl, Farben oder Ausrüstung drückt die Preise.

Das aktuellste Thema: Soll man dem Kollegen Klaus Oldendorff folgen, der seine zwanzig Schiffe nicht nur wie die meisten Trampko-Reeder ausgeflaggt und mit Auslands-Personal besetzt hat, sondern seine Firma samt Management nach Zypern verlegte?

"Wir überlegen das jeden Tag neu" , hieß es. Nicht mehr die deutsche Flagge sei unter "Trampko"-Reedern das Thema, sagte Fisser- Direktor Klaus Johns, sondern die Betriebsverlagerung, die Internationalisierung der Unternehmen (von Ausnahmen abgesehen).

Selbst Dr. Frank Fisser, der vor Jahren als erster Reeder Helgoland als Billigflagge ins Gespräch brachte, winkt heute ab: Solange die Gewerkschaften nicht mitzögen, gäbe es für eine deutsche Lösung keine Chance.

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