Im Schlaf lernen - Ein Traum wird wahr

Unter der Schirmherrschaft der Hochschule der Bundeswehr in Hamburg ist gestern ein Wissenschaftspreis zur Erforschung des SITA - Learning - Systems ausgeschrieben worden. Der mit 50 000 Mark dotierte und von einem norddeutschen Unternehmen aus dem Bereich der Daten- und Kommunikationstechnologie gestiftete Preis dient der Fortentwicklung einer neuen Lernmethode, die den alten Traum vom Lernen im Schlaf Wirk- Uchkeit werden läßt.

Nach dem SITA-System werden

Lernende mit einer Maske über den Augen in einen meditativen Zustand versetzt. Wenn ein optimaler Entspannungszustand erreicht ist, schaltet sich automatisch ein elektronisches Steuergerät mit dem Lernprogramm ein, das die Inhalte vor allem Fremdsprachen - wie Suggestionen einen Hypnotiseurs vermittelt.

Der Fachbereich Pädagogik der Hamburger Bundeswehrhochschule hat unter Leitung von Prof. Rainer Dieterich diese neue Methode in einer Reihe von Experimenten erforscht. Damit sind weit bessere Ergebnisse zu erzielen als im herkömmlichen Fremdsprachen-Lernen unter angespannter Konzentration. Dies beziehe sich, so Dieterich, nicht nur auf elementare Formen des Auswendig-Lernens etwa von Vokabeln, sondern auch auf kognitive Lernarten.

In einer weiteren Testserie überprüfte der Fachbereich Pädagogik der Bundeswehrhochschule bei der Ausbildung von Faüschirmspringern, ob mit der neuen Methode "das emotionale Problem Angst" zu bewältigen sei. Die Ergebnisse hätten zweifelsfrei ergeben, daß mit der SITA-Methode bei labilen Persönlichkeiten "eine Reduzierung des Angstspiegels" möglich ist.

Nach Angaben von Prof. Dieterich sind an der Bundeswehrhochschule keine Experimente im Bereich der Aggressionsförderung unternommen worden. Ein Mißbrauch dieser neuen Methode sei jedoch nicht auszuschließen, da sie in einem hypnoseähnlichen Zustand auf das Unterbewußtsein des Lernenden einwirke. lno

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